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Folge 19: „Ich bin ein Ort“ – ein Gespräch mit Marina B. Neubert 
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Als Kind hat Marina B. Neubert in L’viv gelebt, als Jugendliche in Moskau, als Erwachsene hat sie Wurzeln in Berlin geschlagen. Seitdem sie aber zwei Jahre lang als DAAD-Dozentin an der Hebräischen Universität Deutsche Literatur gelehrt hat, zieht es sie, wann immer möglich nach Jerusalem. Sie arbeitet dort an ihrer Prosa und genießt es, Wortbedeutungen, Klängen und Assoziationen nachzuspüren, die sich in den Zwischenräumen der vielen Sprachen, die Marina B. Neubert spricht, auftun. Ihre Romane Kaddisch für Babuschka und Was wirklich ist zeugen von der Leidenschaft für die Mehrdeutigkeit der Sprache und das jüdisch geprägte Zeitgefühl der Autorin. In der Thora, so Marina B. Neubert,  gebe es weder Vergangenheit noch Gegenwart und Zukunft, und dennoch würden wir mit allen Zeiten konfrontiert. Konsequent verzichtet sie auf ein lineares Erzählen und hinterfragt unsere gewohnten Einordnungen von Ursache und Wirkung.

Jerusalem ist auch der Ort, an dem die 33 Jahre alte Sängerin, Theatermacherin und Lyrikerin Miléna Kartowski-Aïach sich gerade verwurzelt. Im Sommer 2021 hat sie ihre Geburtsstadt Paris verlassen und ist in Israel eingewandert – so wie in den Jahren zuvor tausende andere französische Juden und Jüdinnen, die sich in Frankreich nicht mehr ausreichend gesehen, verstanden und geschützt fühlen. Sie hat Littéramours das Gedicht La larme-prière geschickt.

Copyright der Fotografie: Sharon Adler/Pixelmeer

Bücher von Marina B. Neubert:

Was wirklich ist, Roman, Aviva Verlag, Berlin 2022

Kaddisch für Babuschka, Roman, Aviva Verlag, Berlin 2018

Bella und das Mädchen aus dem Schtetl. Illustrationen Lina Bodén. Ariella Verlag, Berlin 2015

Miléna Kartowski-Aïach: Leros. Un exil insulaire chez les damnés. Oratoire. Sicania, 2019

Sendung im Deutschlandfunk Kultur, 19.10.2021: Heimliche verheimlichte Lieder. Die Pariser Sängerin Miléna Kartowski-Aïach

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1 Kommentar

  1. Banciu 15. Dezember 2022 at 20:32

    Ich gratuliere für die beeindruckende Episode! Das Nachdenken über Sprache, Sprachen und die Bilder, die in den Zwischenräumen entstehen. Damit kann ich sehr viel anfangen,

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