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		<copyright>© 2023 Littéramours</copyright>
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		<itunes:author>Sigrid Brinkmann</itunes:author>
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	<title>Folge 42: „Unendlich ist die Nacht“ – das Romandebüt des franco-iranischen Berliner Schriftstellers Pedro Kadivar</title>
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	<pubDate>Sun, 14 Dec 2025 00:00:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Sigrid Brinkmann]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[<p>Pedro Kadivar war sechzehn, als er 1983 aus dem Iran nach Frankreich flüchtete. Er hat Literatur- und Theaterwissenschaft an der Pariser Sorbonne Nouvelle studiert und ist Anfang der 1990er Jahre, zusammen mit einer Gruppe französischer Theaterregisseure, in Berlin dem Dramatiker Heiner Müller begegnet. Müller war von 1992 bis zu seinem Tod 1995 Intendant des Berliner Ensemble. Der Austausch mit ihm und das – verglichen mit Paris – so andere Berliner Stadtleben wirkten nach. Pedro Kadivar reiste immer häufiger nach Berlin, er promovierte an der Humboldt-Universität, er suchte eine feste Wohnung, er schrieb weiter Theaterstücke. Sie wurden am Pariser Odéon und beim Festival von Avignon aufgeführt, an deutschen und englischen Bühnen gespielt, mit Preisen ausgezeichnet. Mal schreibt Kadivar auf Französisch, mal auf Deutsch. In dem 2024 in Erfurt aufgeführten Monolog einer geflüchteten Schauspielerin, Ich höre euren Atem, wird auch Farsi gesprochen. Das aus dem Französischen ins Deutsche übersetzte Kleine Buch der Migrationen erschien 2018. Fünf Jahre später veröffentlichte Pedro Kadivar seinen ersten Roman auf Deutsch: Unendlich ist die Nacht.</p><p>Im September hat Pedro Kadivar auf der Bühne des Berliner Exploratorium – das 2004 von Matthias Schwabe als Aufführungs- und Lernort für improvisierte Musik gegründet wurde - mehrere Kapitel aus seinem Roman vorgetragen. Die Pianistin Susanne Stelzenbach und die Sängerin Katia Guedes haben klanglich darauf reagiert. Im Anschluss an die musikalisch-literarische Performance habe ich mit Pedro Kadivar über Mehrsprachigkeit, das Zusammenspiel von Gehen und Denken und die philosophischen Implikationen seines Romans gesprochen. In dieser Ausgabe von Littéramours hören Sie Auszüge aus der Lesung und dem Gespräch. Den Mitschnitt des Abends hat das in der Zossener Straße ansässige Exploratorium mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt.</p><p>Bücher von <a href="https://www.pedrokadivar.com/">Pedro Kadivar</a>:</p><ul><li><a href="https://sujetverlag.de/buecher/pedro-kadivar-unendlich-ist-die-nacht/">Unendlich ist die Nacht</a>, Sujet Verlag, 2023</li><li><a href="https://sujetverlag.de/buecher/pedro-kadivar-kleines-buch-der-migrationen-gruppiert/">Kleines Buch der Migrationen</a>. Aus dem Französischen von <a href="https://sujetverlag.de/autoren/uebersetzer/bio-gernot-kraemer/">Gernot Krämer</a>. Sujet Verlag, 2017</li></ul><p>Theaterstücke (eine Auswahl):</p><ul><li>„<a href="https://www.theater-erfurt.de/assets/uploads/general/Downloads/Broschueren/Programmhefte/ph_atem.pdf">Ich höre euren Atem - Monolog der geflüchteten Schauspielerin</a>“ - Uraufführung 2024 im Theater Erfurt</li><li>Kunst der Flucht. Uraufführung Oktober 2021 im Gorki Theater-Berlin</li><li>Aufhebung der Grenzen. Deutsche Uraufführung im Rahmen des Festivals „Sehnsucht Europa“, Bremen 2018</li></ul><p><a href="https://exploratorium-berlin.de/">Exploratorium</a></p><p> </p>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[Pedro Kadivar war sechzehn, als er 1983 aus dem Iran nach Frankreich flüchtete. Er hat Literatur- und Theaterwissenschaft an der Pariser Sorbonne Nouvelle studiert und ist Anfang der 1990er Jahre, zusammen mit einer Gruppe französischer Theaterregisseure]]></itunes:subtitle>
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	<title>Folge 41: „Trio mit Tiger“ – Marianne Ludes‘ Roman über das Amsterdamer Exil von Max und Mathilde Beckmann</title>
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	<pubDate>Mon, 15 Sep 2025 00:00:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Sigrid Brinkmann]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[Der Zeichner, Maler und Graphiker Max Beckmann gehört zu den bedeutendsten Künstlern der Moderne des 20. Jahrhunderts. 1933 wurde seine Entlassung als Lehrender an der Frankfurter Städelschule erzwungen, 1937 ging er mit seiner „Quappi“ genannten Ehefrau Mathilde ins holländische Exil – gleich nach der Eröffnung der propagandistischen Wanderausstellung „Entartete Kunst“, in der 21 Bilder von ihm hingen. Mehr als 600 seiner Werke waren bereits in Museen beschlagnahmt worden. Bis 1947 lebte das Ehepaar in Amsterdam. Danach zog es nach New York. Max Beckmann starb dort drei Jahre später, seine Frau lebte bis 1986.

In ihrem Debütroman Trio mit Tiger schildert die Autorin und Kuratorin Marianne Ludes das Leben der Beckmanns in den Jahren 1941/42. Sie schreibt aus der Perspektive von Mathilde Beckmann, der 20 Jahre jüngeren Ehefrau, die eine am Konservatorium ausgebildete Geigerin und Sängerin war, und sie blickt, in wechselnden Kapiteln, auf das Wirken des Kunsthistorikers Erhard Göpel. Göpel, 1906 in Leipzig geboren, sollte in den besetzten Niederlanden, Belgien und Frankreich wertvolle Bilder für das von Hitler geplante Führermuseum in Linz zusammentragen. Er bewunderte Max Beckmanns Malerei, brachte Bilder außer Landes und half Beckmann einem Einberufungsbefehl zu entgehen. Nach dem Krieg veröffentlichte er Beckmann-Monographien, edierte dessen Tagebücher der Jahre 1940 – 1950 und verfasste Augenzeugenberichte, die erst posthum, 1984, erschienen. Ehrhard Göpel war 1953 Mitbegründer der Beckmann-Gesellschaft und arbeitete bis zu seinem Tod 1966 an einem Werkverzeichnis.

Historisch genau recherchiert, pointiert, sensibel und nie wertend ruft Marianne Ludes in ihrem Debütroman zum ersten Mal Jahre des Amsterdamer Exils von Max und Mathilde Beckmann wach.

Bücher von Marianne Ludes:
<ul>
 	<li><a href="https://www.penguin.de/buecher/marianne-ludes-trio-mit-tiger/buch/9783570105542">Trio mit Tiger</a>. Roman. 448 Seiten, 25,00 €. C. Bertelsmann Verlag</li>
 	<li><a href="https://www.hanser-fachbuch.de/fachbuch/artikel/9783446470491">Ludwig Jacobs oder Das verschwundene Leben. Ein Wirtschaftspionier und Kunstmäzen</a>. 352 Seiten, 28,00 €. C. Hanser Verlag, 2021</li>
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	<itunes:subtitle><![CDATA[Der Zeichner, Maler und Graphiker Max Beckmann gehört zu den bedeutendsten Künstlern der Moderne des 20. Jahrhunderts. 1933 wurde seine Entlassung als Lehrender an der Frankfurter Städelschule erzwungen, 1937 ging er mit seiner „Quappi“ genannten Ehefrau]]></itunes:subtitle>
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								<content:encoded><![CDATA[Der Zeichner, Maler und Graphiker Max Beckmann gehört zu den bedeutendsten Künstlern der Moderne des 20. Jahrhunderts. 1933 wurde seine Entlassung als Lehrender an der Frankfurter Städelschule erzwungen, 1937 ging er mit seiner „Quappi“ genannten Ehefrau Mathilde ins holländische Exil – gleich nach der Eröffnung der propagandistischen Wanderausstellung „Entartete Kunst“, in der 21 Bilder von ihm hingen. Mehr als 600 seiner Werke waren bereits in Museen beschlagnahmt worden. Bis 1947 lebte das Ehepaar in Amsterdam. Danach zog es nach New York. Max Beckmann starb dort drei Jahre später, seine Frau lebte bis 1986.

In ihrem Debütroman Trio mit Tiger schildert die Autorin und Kuratorin Marianne Ludes das Leben der Beckmanns in den Jahren 1941/42. Sie schreibt aus der Perspektive von Mathilde Beckmann, der 20 Jahre jüngeren Ehefrau, die eine am Konservatorium ausgebildete Geigerin und Sängerin war, und sie blickt, in wechselnden Kapiteln, auf das Wirken des Kunsthistorikers Erhard Göpel. Göpel, 1906 in Leipzig geboren, sollte in den besetzten Niederlanden, Belgien und Frankreich wertvolle Bilder für das von Hitler geplante Führermuseum in Linz zusammentragen. Er bewunderte Max Beckmanns Malerei, brachte Bilder außer Landes und half Beckmann einem Einberufungsbefehl zu entgehen. Nach dem Krieg veröffentlichte er Beckmann-Monographien, edierte dessen Tagebücher der Jahre 1940 – 1950 und verfasste Augenzeugenberichte, die erst posthum, 1984, erschienen. Ehrhard Göpel war 1953 Mitbegründer der Beckmann-Gesellschaft und arbeitete bis zu seinem Tod 1966 an einem Werkverzeichnis.

Historisch genau recherchiert, pointiert, sensibel und nie wertend ruft Marianne Ludes in ihrem Debütroman zum ersten Mal Jahre des Amsterdamer Exils von Max und Mathilde Beckmann wach.

Bücher von Marianne Ludes:
<ul>
 	<li><a href="https://www.penguin.de/buecher/marianne-ludes-trio-mit-tiger/buch/9783570105542">Trio mit Tiger</a>. Roman. 448 Seiten, 25,00 €. C. Bertelsmann Verlag</li>
 	<li><a href="https://www.hanser-fachbuch.de/fachbuch/artikel/9783446470491">Ludwig Jacobs oder Das verschwundene Leben. Ein Wirtschaftspionier und Kunstmäzen</a>. 352 Seiten, 28,00 €. C. Hanser Verlag, 2021</li>
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In ihrem Debütroman Trio mit Tiger schildert die Autorin und Kuratorin Marianne Ludes das Leben der Beckmanns in den Jahren 1941/42. Sie schreibt aus der Perspektive von Mathilde Beckmann, der 20 Jahre jüngeren Ehefrau, die eine am Konservatorium ausgebildete Geigerin und Sängerin war, und sie blickt, in wechselnden Kapiteln, auf das Wirken des Kunsthistorikers Erhard Göpel. Göpel, 1906 in Leipzig geboren, sollte in den besetzten Niederlanden, Belgien und Frankreich wertvolle Bilder für das von Hitler geplante Führermuseum in Linz zusammentragen. Er bewunderte Max Beckmanns Malerei, brachte Bilder außer Landes und half Beckmann einem Einberufungsbefehl zu entgehen. Nach dem Krieg veröffentlichte er Beckmann-Monographien, edierte dessen Tagebücher der Jahre 1940 – 1950 und verfasste Augenzeugenberichte, die erst posthum, 1984, erschienen. Ehrhard Göpel war 1953 Mitbegründer der Beckmann-Gesellschaft und arbeitete bis zu seinem Tod 1966 an einem Werkverzeichnis.

Historisch genau recherchiert, pointiert, sensibel und nie wertend ruft Marianne Ludes in ihrem Debütroman zum ersten Mal Jahre des Amsterdamer Exils von Max und Mathilde Beckmann wach.

Bücher von Marianne Ludes:

 	Trio mit Tiger. Roman. 448 Seiten, 25,00 €. C. Bertelsmann Verlag
 	Ludwig Jacobs oder Das verschwundene Leben. Ein Wirtschaftspionier und Kunstmäzen. 352 Seiten, 28,00 €. C. Hanser Verlag, 2021]]></itunes:summary>
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In ihrem Debütroman Trio mit Tiger schildert die Autorin und Kuratorin Marianne Ludes das Leben der Beckmanns in den Jahren 1941/42. Sie schreibt aus der Perspektive von Mathilde Beckmann, der 20 Jahre jüngeren Ehefrau, die eine am Konservatorium ausgebildete Geigerin und Sängerin war, und sie blickt, in wechselnden Kapiteln, auf das Wirken des Kunsthistorikers Erhard Göpel. G]]></googleplay:description>
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	<title>Folge 40: Warum übersetzen Sie Esther Dischereits Roman „Ein Haufen Dollarscheine“ ins Französische? Fragen an Alice Lacoue-Labarthe</title>
	<link>https://www.xn--littramours-ebb.com/folge-40-warum-uebersetzen-sie-esther-dischereits-roman-ein-haufen-dollarscheine-ins-franzoesische-fragen-an-alice-lacoue-labarthe/</link>
	<pubDate>Tue, 12 Aug 2025 00:00:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Sigrid Brinkmann]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[Am 9. Oktober 2019 – an Yom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag – scheiterte ein junger Mann daran, die Synagoge in Halle zu stürmen und alle darin im Gebet versammelten Juden und Jüdinnen zu töten. Er erschoss eine Frau auf offener Straße und einen jungen Mann in einem Döner-Imbiss. Auf der Flucht verletzte er ein Paar schwer. Im September 2021 veröffentlichte die Schriftstellerin Esther Dischereit das Buch Hab keine Angst, erzähl alles! Es ist ein Dokument, in dem die Stimmen der Überlebenden der Attentate, Gerichtsprotokolle, Reden der Anwälte, Interviews und Porträts einzelner Nebenkläger abgedruckt sind.

In Folge 9 von Littéramours (September 2021) spricht Esther Dischereit über die tief empfundene Verpflichtung, das, was geschehen ist, zu beschreiben. Um seiner selbst willen. Das Dokument muss da sein, weil erinnert werden muss.“

In der Zwischenzeit hat der schottische Dichter Iain Galbraith Esther Dischereits Blumen für Otello – ein Libretto über die rassistischen Verbrechen des NSU – ins Englische übersetzt. Es erschien der deutsch-italienische Gedichtband Als mir mein Golem öffnete / Quando il golem mi apri la porta und der Poetry-Film Bergpfirsich. Esther Dischereit wurde mit dem Alfred Gruber-Preis für Lyrik ausgezeichnet. In Frankfurt a/M. ist ihr Theaterstück Der Verdacht uraufgeführt worden. Das Museum für Verkehr und Technik in Berlin war die erste Station einer Wanderausstellung, mit der Dischereit den Reichsbahnarbeiter Franz Kittel würdigt. Er rettete ihre während des Zweiten Weltkriegs verfolgte, von vielen Helfern abhängige Mutter und ältere Schwester. Der Filmemacher Gerhard Schick hat die Spurensuche von Esther Dischereit und Mitgliedern ihrer Familie sowie den Kindern und Enkelkindern von Fritz Kittel dokumentiert.

Über Esther Dischereits jüngste Publikation, den Roman Ein Haufen Dollarscheine, schrieb Elfriede Jelinek: „Dieses Buch ist schwer und leicht zugleich, das ist eine große Kunst“. Im Frühjahr 2025 stand der Roman auf der Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse. Jetzt liest ihn auch die Jury für den Deutschen Buchpreis, der zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse verliehen wird.

In Berlin hat die französische Germanistin Alice Lacoue-Labarthe damit begonnen, Ein Haufen Dollarscheine ins Französische zu übersetzen. Derzeit arbeitet sie als Doktorandin am Centre Marc Bloch. Wir haben uns zum Gespräch über Esther Dischereits Roman getroffen.

Bücher von Esther Dischereit (eine Auswahl)
<ul>
 	<li><a href="https://www.maroverlag.de/prosa/282-ein-haufen-dollarscheine-9783875126761.html">Ein Haufen Dollarscheine.</a> Maro Verlag, Augsburg 2024</li>
 	<li><a href="https://www.herder.de/geschichte-politik/shop/p4/72712-hab-keine-angst-erzaehl-alles-gebundene-ausgabe/">Hab keine Angst, erzähl alles!</a> Das Attentat von Halle und die Stimmen der Überlebenden. Herder Verlag, Freiburg, 28.09.2021</li>
 	<li><a href="https://www.mandelbaum.at/buecher/esther-dischereit/mama-darf-ich-das-deutschlandlied-singen/">Mama, darf ich das Deutschlandlied singen</a>. Politische Texte. Mandelbaum Verlag, Wien-Berlin, 2020</li>
 	<li><a href="https://www.arcpublications.co.uk/books/esther-dischereit-sometimes-a-single-leaf-600">Sometimes a Single Leaf</a>. Ausgewählte Gedichte / Selected Poems Translated &amp; introduced by Iain Galbraith. Arc Publications, Todmorden, UK, 2020</li>
 	<li>Garz Literarische Feldforschung. Ein Dorf in Sachsen-Anhalt, Deutschland. Studierende des Instituts für Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst, Wien, Mitteldeutscher Verlag, Halle, 2017</li>
 	<li><a href="https://www.degruyterbrill.com/document/isbn/9783110414349/html">Großgesichtiges Kind / The Child With The Big Face</a>, ins Englische übertragen von Iain Galbraith. Walter de Gruyter, Edition: ‚angewandte, Berlin/ München/ Boston 2015</li>
 	<li><a href="https://hoerspiele.dra.de/detailansicht/4605752">Die Mauern waren dick hier. Partikel vom Großgesichtigen Kind</a>. Komposition und Gitarre: Frank Wingold, SWR Tandem Esther Dischereit und Marcus Meyer, 2. Juni 2015</li>
 	<li><a href="https://secession-verlag.com/buecher/blumen-fuer-otello">Blumen für Otello. Über die Verbrechen von Jena</a>. Klagelieder // Otello için Çiçekler. Jena Cinayetlerine Dair. Ağitlar, in deutscher und türkischer Sprache. Aus dem Deutschen übersetzt ins Türkische von Saliha Yeniyol. s.edition im Secession Verlag für Literatur, Zürich 2014. Das Buch wird 2022 bei Seagull Books auf Englisch erscheinen.</li>
 	<li><a href="https://www.aviva-verlag.de/programm/von-den-hohen-feiertagen/#cc-m-product-9154001021">Vor den Hohen Feiertagen gab es ein Flüstern und Rascheln im Haus.</a>//Before the Holy Days the House Was Full of Whisperings an Rustlings. Dülmen Eichengrünplatz. Gedichte. AvivA, Berlin, 2009</li>
 	<li><a href="https://www.suhrkamp.de/buch/esther-dischereit-der-morgen-an-dem-der-zeitungstraeger-t-9783518124963">Der Morgen an dem der Zeitungsträger</a>. Erzählungen, Suhrkamp, Frankfurt am Main 2007</li>
 	<li><a href="https://www.suhrkamp.de/buch/esther-dischereit-joemis-tisch-t-9783518114926">Joëmis Tisch. Eine jüdische Geschichte</a>, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1988</li>
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	<itunes:subtitle><![CDATA[Am 9. Oktober 2019 – an Yom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag – scheiterte ein junger Mann daran, die Synagoge in Halle zu stürmen und alle darin im Gebet versammelten Juden und Jüdinnen zu töten. Er erschoss eine Frau auf offener Straße und einen ]]></itunes:subtitle>
			<itunes:keywords>Alice Lacoue-Labarthe,Centre Marc Bloch,Ein Haufen Dollarscheine,Esther Dischereit,Maro Verlag,Shortlist Preis der Leipziger Buchmesse 2025e</itunes:keywords>
								<content:encoded><![CDATA[Am 9. Oktober 2019 – an Yom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag – scheiterte ein junger Mann daran, die Synagoge in Halle zu stürmen und alle darin im Gebet versammelten Juden und Jüdinnen zu töten. Er erschoss eine Frau auf offener Straße und einen jungen Mann in einem Döner-Imbiss. Auf der Flucht verletzte er ein Paar schwer. Im September 2021 veröffentlichte die Schriftstellerin Esther Dischereit das Buch Hab keine Angst, erzähl alles! Es ist ein Dokument, in dem die Stimmen der Überlebenden der Attentate, Gerichtsprotokolle, Reden der Anwälte, Interviews und Porträts einzelner Nebenkläger abgedruckt sind.

In Folge 9 von Littéramours (September 2021) spricht Esther Dischereit über die tief empfundene Verpflichtung, das, was geschehen ist, zu beschreiben. Um seiner selbst willen. Das Dokument muss da sein, weil erinnert werden muss.“

In der Zwischenzeit hat der schottische Dichter Iain Galbraith Esther Dischereits Blumen für Otello – ein Libretto über die rassistischen Verbrechen des NSU – ins Englische übersetzt. Es erschien der deutsch-italienische Gedichtband Als mir mein Golem öffnete / Quando il golem mi apri la porta und der Poetry-Film Bergpfirsich. Esther Dischereit wurde mit dem Alfred Gruber-Preis für Lyrik ausgezeichnet. In Frankfurt a/M. ist ihr Theaterstück Der Verdacht uraufgeführt worden. Das Museum für Verkehr und Technik in Berlin war die erste Station einer Wanderausstellung, mit der Dischereit den Reichsbahnarbeiter Franz Kittel würdigt. Er rettete ihre während des Zweiten Weltkriegs verfolgte, von vielen Helfern abhängige Mutter und ältere Schwester. Der Filmemacher Gerhard Schick hat die Spurensuche von Esther Dischereit und Mitgliedern ihrer Familie sowie den Kindern und Enkelkindern von Fritz Kittel dokumentiert.

Über Esther Dischereits jüngste Publikation, den Roman Ein Haufen Dollarscheine, schrieb Elfriede Jelinek: „Dieses Buch ist schwer und leicht zugleich, das ist eine große Kunst“. Im Frühjahr 2025 stand der Roman auf der Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse. Jetzt liest ihn auch die Jury für den Deutschen Buchpreis, der zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse verliehen wird.

In Berlin hat die französische Germanistin Alice Lacoue-Labarthe damit begonnen, Ein Haufen Dollarscheine ins Französische zu übersetzen. Derzeit arbeitet sie als Doktorandin am Centre Marc Bloch. Wir haben uns zum Gespräch über Esther Dischereits Roman getroffen.

Bücher von Esther Dischereit (eine Auswahl)
<ul>
 	<li><a href="https://www.maroverlag.de/prosa/282-ein-haufen-dollarscheine-9783875126761.html">Ein Haufen Dollarscheine.</a> Maro Verlag, Augsburg 2024</li>
 	<li><a href="https://www.herder.de/geschichte-politik/shop/p4/72712-hab-keine-angst-erzaehl-alles-gebundene-ausgabe/">Hab keine Angst, erzähl alles!</a> Das Attentat von Halle und die Stimmen der Überlebenden. Herder Verlag, Freiburg, 28.09.2021</li>
 	<li><a href="https://www.mandelbaum.at/buecher/esther-dischereit/mama-darf-ich-das-deutschlandlied-singen/">Mama, darf ich das Deutschlandlied singen</a>. Politische Texte. Mandelbaum Verlag, Wien-Berlin, 2020</li>
 	<li><a href="https://www.arcpublications.co.uk/books/esther-dischereit-sometimes-a-single-leaf-600">Sometimes a Single Leaf</a>. Ausgewählte Gedichte / Selected Poems Translated &amp; introduced by Iain Galbraith. Arc Publications, Todmorden, UK, 2020</li>
 	<li>Garz Literarische Feldforschung. Ein Dorf in Sachsen-Anhalt, Deutschland. Studierende des Instituts für Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst, Wien, Mitteldeutscher Verlag, Halle, 2017</li>
 	<li><a href="https://www.degruyterbrill.com/document/isbn/9783110414349/html">Großgesichtiges Kind / The Child With The Big Face</a>, ins Englische übertragen von Iain Galbraith. Walter de Gruyter, Edition: ‚angewandte, Berlin/ München/ Boston 2015</li>
 	<li><a href="https://hoerspiele.dra.de/detailansicht/4605752">Die Mauern waren dick hier. Partikel vom Großgesichtigen Kind</a>. Komposition und Gitarre: Frank Wingold, SWR Tandem Esther Dischereit und Marcus Meyer, 2. Juni 2015</li>
 	<li><a href="https://secession-verlag.com/buecher/blumen-fuer-otello">Blumen für Otello. Über die Verbrechen von Jena</a>. Klagelieder // Otello için Çiçekler. Jena Cinayetlerine Dair. Ağitlar, in deutscher und türkischer Sprache. Aus dem Deutschen übersetzt ins Türkische von Saliha Yeniyol. s.edition im Secession Verlag für Literatur, Zürich 2014. Das Buch wird 2022 bei Seagull Books auf Englisch erscheinen.</li>
 	<li><a href="https://www.aviva-verlag.de/programm/von-den-hohen-feiertagen/#cc-m-product-9154001021">Vor den Hohen Feiertagen gab es ein Flüstern und Rascheln im Haus.</a>//Before the Holy Days the House Was Full of Whisperings an Rustlings. Dülmen Eichengrünplatz. Gedichte. AvivA, Berlin, 2009</li>
 	<li><a href="https://www.suhrkamp.de/buch/esther-dischereit-der-morgen-an-dem-der-zeitungstraeger-t-9783518124963">Der Morgen an dem der Zeitungsträger</a>. Erzählungen, Suhrkamp, Frankfurt am Main 2007</li>
 	<li><a href="https://www.suhrkamp.de/buch/esther-dischereit-joemis-tisch-t-9783518114926">Joëmis Tisch. Eine jüdische Geschichte</a>, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1988</li>
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In Folge 9 von Littéramours (September 2021) spricht Esther Dischereit über die tief empfundene Verpflichtung, das, was geschehen ist, zu beschreiben. Um seiner selbst willen. Das Dokument muss da sein, weil erinnert werden muss.“

In der Zwischenzeit hat der schottische Dichter Iain Galbraith Esther Dischereits Blumen für Otello – ein Libretto über die rassistischen Verbrechen des NSU – ins Englische übersetzt. Es erschien der deutsch-italienische Gedichtband Als mir mein Golem öffnete / Quando il golem mi apri la porta und der Poetry-Film Bergpfirsich. Esther Dischereit wurde mit dem Alfred Gruber-Preis für Lyrik ausgezeichnet. In Frankfurt a/M. ist ihr Theaterstück Der Verdacht uraufgeführt worden. Das Museum für Verkehr und Technik in Berlin war die erste Station einer Wanderausstellung, mit der Dischereit den Reichsbahnarbeiter Franz Kittel würdigt. Er rettete ihre während des Zweiten Weltkriegs verfolgte, von vielen Helfern abhängige Mutter und ältere Schwester. Der Filmemacher Gerhard Schick hat die Spurensuche von Esther Dischereit und Mitgliedern ihrer Familie sowie den Kindern und Enkelkindern von Fritz Kittel dokumentiert.

Über Esther Dischereits jüngste Publikation, den Roman Ein Haufen Dollarscheine, schrieb Elfriede Jelinek: „Dieses Buch ist schwer und leicht zugleich, das ist eine große Kunst“. Im Frühjahr 2025 stand der Roman auf der Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse. Jetzt liest ihn auch die Jury für den Deutschen Buchpreis, der zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse verliehen wird.

In Berlin hat die französische Germanistin Alice Lacoue-Labarthe damit begonnen, Ein Haufen Dollarscheine ins Französische zu übersetzen. Derzeit arbeitet sie als Doktorandin am Centre Marc Bloch. Wir haben uns zum Gespräch über Esther Dischereits Roman getroffen.

Bücher von Esther Dischereit (eine Auswahl)

 	Ein Haufen Dollarscheine. Maro Verlag, Augsburg 2024
 	Hab keine Angst, erzähl alles! Das Attentat von Halle und die Stimmen der Überlebenden. Herder Verlag, Freiburg, 28.09.2021
 	Mama, darf ich das Deutschlandlied singen. Politische Texte. Mandelbaum Verlag, Wien-Berlin, 2020
 	Sometimes a Single Leaf. Ausgewählte Gedichte / Selected Poems Translated &amp; introduced by Iain Galbraith. Arc Publications, Todmorden, UK, 2020
 	Garz Literarische Feldforschung. Ein Dorf in Sachsen-Anhalt, Deutschland. Studierende des Instituts für Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst, Wien, Mitteldeutscher Verlag, Halle, 2017
 	Großgesichtiges Kind / The Child With The Big Face, ins Englische übertragen von Iain Galbraith. Walter de Gruyter, Edition: ‚angewandte, Berlin/ München/ Boston 2015
 	Die Mauern waren dick hier. Partikel vom Großgesichtigen Kind. Komposition und Gitarre: Frank Wingold, SWR Tandem Esther Dischereit und Marcus Meyer, 2. Juni 2015
 	Blumen für Otello. Über die Verbrechen von Jena. Klagelieder // Otello için Çiçekler. Jena Cinayetlerine Dair. Ağitlar, in deutscher und türkischer Sprache. Aus dem Deutschen übersetzt ins Türkische von Saliha Yeniyol. s.edition im Secession Verlag für Literatur, Zürich 2014. Das Buch wird 2022 bei Seagull Books auf Englisch erscheinen.
 	Vor den Hohen Feiertagen gab es ein Flüstern und Rascheln im Haus.//Before the Holy Days the House Was Full of Whisperings an Rustlings. Dülmen Eichengrünplatz. Gedichte. AvivA, Berlin, 2009
 	Der Morgen an dem der Ze]]></itunes:summary>
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			<title>Folge 40: Warum übersetzen Sie Esther Dischereits Roman „Ein Haufen Dollarscheine“ ins Französische? Fragen an Alice Lacoue-Labarthe</title>
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	<itunes:author><![CDATA[Sigrid Brinkmann]]></itunes:author>		<googleplay:description><![CDATA[Am 9. Oktober 2019 – an Yom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag – scheiterte ein junger Mann daran, die Synagoge in Halle zu stürmen und alle darin im Gebet versammelten Juden und Jüdinnen zu töten. Er erschoss eine Frau auf offener Straße und einen jungen Mann in einem Döner-Imbiss. Auf der Flucht verletzte er ein Paar schwer. Im September 2021 veröffentlichte die Schriftstellerin Esther Dischereit das Buch Hab keine Angst, erzähl alles! Es ist ein Dokument, in dem die Stimmen der Überlebenden der Attentate, Gerichtsprotokolle, Reden der Anwälte, Interviews und Porträts einzelner Nebenkläger abgedruckt sind.

In Folge 9 von Littéramours (September 2021) spricht Esther Dischereit über die tief empfundene Verpflichtung, das, was geschehen ist, zu beschreiben. Um seiner selbst willen. Das Dokument muss da sein, weil erinnert werden muss.“

In der Zwischenzeit hat der schottische Dichter Iain Galbraith Esther Dischereits Blumen für Otello – ein Libretto über die rassistischen Verbrec]]></googleplay:description>
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	<title>Folge 39: „Am Wasser, das Haus“ &#8211; eine literarische Ortsbegehung mit Magdalena Saiger￼</title>
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	<pubDate>Fri, 14 Mar 2025 00:00:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Sigrid Brinkmann]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[Der Wannsee in Berlin: Segelboote und Ausflugsdampfer kreuzen das drei Quadratkilometer große Gewässer, das Strandbad am östlichen Ufer ist im Sommer gut besucht. Es existiert seit bald 120 Jahren und ist genauso alt wie die Villen, die Fabrikbesitzer, Verleger, Reichstagsabgeordnete und Ärzte Anfang des 20. Jahrhunderts auf der von der Havel und Seenketten umspülten Wannsee-Insel bauen ließen.

Auch der Maler Max Liebermann erwarb ein langes, schmales Wassergrundstück am Wannsee. Er nutzte es hauptsächlich als Sommerresidenz. Über 200 Bilder entstanden im Haus an der Großen Seestraße 24. Heute trägt sie den Namen des preußischen Generals Colomier. Was Max Liebermann, Mitbegründer und Vorstand der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Secession">Berliner Secession</a> und bis 1933 Präsident der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Preu%C3%9Fische_Akademie_der_K%C3%BCnste">Preußischen Akademie der Künste</a>, nicht mehr erfuhr, weil er 1935 im Alter von 87 Jahren starb, ist, dass ein anderes, vom Architekten seiner Villa entworfenes Haus bis 1945 als Gästehaus der SS diente. Es ging als Tagungsort der sog. Wannsee-Konferenz, bei der 1942 die Deportation und Ermordung der europäischen Juden beschlossen wurde, in die Geschichte ein.

Max Liebermanns Witwe Martha wurde von den Nationalsozialisten gezwungen, das Haus am Wasser zu verkaufen. Über die Jahre wurde es von nachfolgenden Nutzern bis zur Unkenntlichkeit verändert. Die 1995 gegründete Max Liebermann-Gesellschaft hat erwirkt, dass das einstige Sommerhaus des Malers restauriert, der Garten unter Denkmalschutz gestellt und das ganze Ensemble 2006 in ein privates Museum überführt werden konnte.

Die Historikerin und Schriftstellerin Magdalena Saiger hat die wechselvolle Geschichte der Villa in ihrem Buch Am Wasser, das Haus auf poetische Weise bezeugt. Unser Gespräch haben wir im Garten des Hauses zum Gespräch geführt.

Bücher von Magdalena Saiger :
<ul>
 	<li><a href="https://edition-nautilus.de/programm/am-wasser-das-haus/">Am Wasser das Haus: Eine literarische Ortsbegehung</a>. Edition Nautilus, Hamburg, 2025</li>
 	<li><a href="https://edition-nautilus.de/programm/was-ihr-nicht-seht-oder-die-absolute-nutzlosigkeit-des-mondes/">Was ihr nicht seht oder Die absolute Nutzlosigkeit des Mondes</a>, Edition Nautilus. Hamburg 2023</li>
 	<li><a href="https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/9783111147147/html">Wanderungen eines Ortes: Das Gelände der alten Messe</a> („Staro Sajmište“), Belgrad (Südosteuropäische Arbeiten, 169). De Gruyter, Oldenburg, 2023</li>
</ul>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[Der Wannsee in Berlin: Segelboote und Ausflugsdampfer kreuzen das drei Quadratkilometer große Gewässer, das Strandbad am östlichen Ufer ist im Sommer gut besucht. Es existiert seit bald 120 Jahren und ist genauso alt wie die Villen, die Fabrikbesitzer, V]]></itunes:subtitle>
			<itunes:keywords>Alfred Lichtwark,Am Wasser das Haus,Katherine Whild,Magdalena Saiger,Marianne Henriette Katharina Liebermann,Martha Liebermann,Max Liebermann,Max Liebermann Gesellschaft,Nautilus Verlag,Oskar Kokoschka,Wilhelm Ohnesorge</itunes:keywords>
								<content:encoded><![CDATA[Der Wannsee in Berlin: Segelboote und Ausflugsdampfer kreuzen das drei Quadratkilometer große Gewässer, das Strandbad am östlichen Ufer ist im Sommer gut besucht. Es existiert seit bald 120 Jahren und ist genauso alt wie die Villen, die Fabrikbesitzer, Verleger, Reichstagsabgeordnete und Ärzte Anfang des 20. Jahrhunderts auf der von der Havel und Seenketten umspülten Wannsee-Insel bauen ließen.

Auch der Maler Max Liebermann erwarb ein langes, schmales Wassergrundstück am Wannsee. Er nutzte es hauptsächlich als Sommerresidenz. Über 200 Bilder entstanden im Haus an der Großen Seestraße 24. Heute trägt sie den Namen des preußischen Generals Colomier. Was Max Liebermann, Mitbegründer und Vorstand der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Secession">Berliner Secession</a> und bis 1933 Präsident der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Preu%C3%9Fische_Akademie_der_K%C3%BCnste">Preußischen Akademie der Künste</a>, nicht mehr erfuhr, weil er 1935 im Alter von 87 Jahren starb, ist, dass ein anderes, vom Architekten seiner Villa entworfenes Haus bis 1945 als Gästehaus der SS diente. Es ging als Tagungsort der sog. Wannsee-Konferenz, bei der 1942 die Deportation und Ermordung der europäischen Juden beschlossen wurde, in die Geschichte ein.

Max Liebermanns Witwe Martha wurde von den Nationalsozialisten gezwungen, das Haus am Wasser zu verkaufen. Über die Jahre wurde es von nachfolgenden Nutzern bis zur Unkenntlichkeit verändert. Die 1995 gegründete Max Liebermann-Gesellschaft hat erwirkt, dass das einstige Sommerhaus des Malers restauriert, der Garten unter Denkmalschutz gestellt und das ganze Ensemble 2006 in ein privates Museum überführt werden konnte.

Die Historikerin und Schriftstellerin Magdalena Saiger hat die wechselvolle Geschichte der Villa in ihrem Buch Am Wasser, das Haus auf poetische Weise bezeugt. Unser Gespräch haben wir im Garten des Hauses zum Gespräch geführt.

Bücher von Magdalena Saiger :
<ul>
 	<li><a href="https://edition-nautilus.de/programm/am-wasser-das-haus/">Am Wasser das Haus: Eine literarische Ortsbegehung</a>. Edition Nautilus, Hamburg, 2025</li>
 	<li><a href="https://edition-nautilus.de/programm/was-ihr-nicht-seht-oder-die-absolute-nutzlosigkeit-des-mondes/">Was ihr nicht seht oder Die absolute Nutzlosigkeit des Mondes</a>, Edition Nautilus. Hamburg 2023</li>
 	<li><a href="https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/9783111147147/html">Wanderungen eines Ortes: Das Gelände der alten Messe</a> („Staro Sajmište“), Belgrad (Südosteuropäische Arbeiten, 169). De Gruyter, Oldenburg, 2023</li>
</ul>]]></content:encoded>
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Auch der Maler Max Liebermann erwarb ein langes, schmales Wassergrundstück am Wannsee. Er nutzte es hauptsächlich als Sommerresidenz. Über 200 Bilder entstanden im Haus an der Großen Seestraße 24. Heute trägt sie den Namen des preußischen Generals Colomier. Was Max Liebermann, Mitbegründer und Vorstand der Berliner Secession und bis 1933 Präsident der Preußischen Akademie der Künste, nicht mehr erfuhr, weil er 1935 im Alter von 87 Jahren starb, ist, dass ein anderes, vom Architekten seiner Villa entworfenes Haus bis 1945 als Gästehaus der SS diente. Es ging als Tagungsort der sog. Wannsee-Konferenz, bei der 1942 die Deportation und Ermordung der europäischen Juden beschlossen wurde, in die Geschichte ein.

Max Liebermanns Witwe Martha wurde von den Nationalsozialisten gezwungen, das Haus am Wasser zu verkaufen. Über die Jahre wurde es von nachfolgenden Nutzern bis zur Unkenntlichkeit verändert. Die 1995 gegründete Max Liebermann-Gesellschaft hat erwirkt, dass das einstige Sommerhaus des Malers restauriert, der Garten unter Denkmalschutz gestellt und das ganze Ensemble 2006 in ein privates Museum überführt werden konnte.

Die Historikerin und Schriftstellerin Magdalena Saiger hat die wechselvolle Geschichte der Villa in ihrem Buch Am Wasser, das Haus auf poetische Weise bezeugt. Unser Gespräch haben wir im Garten des Hauses zum Gespräch geführt.

Bücher von Magdalena Saiger :

 	Am Wasser das Haus: Eine literarische Ortsbegehung. Edition Nautilus, Hamburg, 2025
 	Was ihr nicht seht oder Die absolute Nutzlosigkeit des Mondes, Edition Nautilus. Hamburg 2023
 	Wanderungen eines Ortes: Das Gelände der alten Messe („Staro Sajmište“), Belgrad (Südosteuropäische Arbeiten, 169). De Gruyter, Oldenburg, 2023]]></itunes:summary>
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Auch der Maler Max Liebermann erwarb ein langes, schmales Wassergrundstück am Wannsee. Er nutzte es hauptsächlich als Sommerresidenz. Über 200 Bilder entstanden im Haus an der Großen Seestraße 24. Heute trägt sie den Namen des preußischen Generals Colomier. Was Max Liebermann, Mitbegründer und Vorstand der Berliner Secession und bis 1933 Präsident der Preußischen Akademie der Künste, nicht mehr erfuhr, weil er 1935 im Alter von 87 Jahren starb, ist, dass ein anderes, vom Architekten seiner Villa entworfenes Haus bis 1945 als Gästehaus der SS diente. Es ging als Tagungsort der sog. Wannsee-Konf]]></googleplay:description>
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	<title>Folge 38: „Sei mein Zorn“ – Gespräch mit Jérôme Ferrari über seinen Roman „Nord Sentinelle“</title>
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	<pubDate>Fri, 14 Mar 2025 00:00:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Sigrid Brinkmann]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[2012 habe ich den Schriftsteller Jérôme Ferrari zum ersten Mal getroffen, zu Aufnahmen für eine Radiosendung. Sein Roman „Und meine Seele ließ ich zurück“, Laurent Mauvigniers „Die Wunde“ und Alice Ferneys Buch „Passé sous silence“ über einen geschichtlich bezeugten Attentatsversuch auf den französischen Staatspräsidenten de Gaulle standen im Zentrum einer Sendung über den Algerienkrieg und wie junge Autor*innen 50 Jahre nach der Unabhängigkeit darauf schauen.

Jérôme Ferrari ist in Paris aufgewachsen. Er hat Philosophie studiert und dieses Fach auch mehrere Jahre in Algier unterrichtet. Obwohl der Prix Goncourt, den Ferrari 2012 für seinen Roman „Predigt auf den Untergang Roms“ erhielt, es ihm erlaubt hätte, nur noch literarisch zu schreiben, unterrichtet er weiter.

Weil er sich für die poetischen Facetten der Quantentheorie interessierte, entstand ein Roman, in dem er die politische Naivität des von der Schönheit der Formeln wie der Natur beseelten Physik-Nobelpreisträgers Werner Heisenberg enthüllt. Der Buchtitel „Das Prinzip“ steht für die Entdeckung, dass es keine Permanenz und keine Kontinuität gibt - nur flüchtige Existenzen und unverbundene Ereignisse. Wahrheit lässt sich nur unscharf fassen.

Seit 2017 lebt Jérôme Ferrari wieder fest auf Korsika. Dort entstand der mehrfach preisgekrönte, inzwischen auch verfilmte Roman „Nach seinem Bilde“, in dem Ferrari mit dem blutigen Nationalismus der korsischen Befreiungsbewegung abrechnet. Auch sein jüngstes Werk spielt auf Korsika, selbst wenn der Buchtitel „Nord Sentinelle“ auf eine kleine Insel im Indischen Ozean verweist. Die Bewohner von North Sentinel Island töten jeden, der die Insel zu betreten versucht. Anders als die Sentilenesen sahen alteingesessene korsische Familien in der Beherbergung von Reisenden eher Vorteile. Seit den 1980er Jahren verkauften sie Land, investierten in Ferienwohnungen, eröffneten Restaurants und Läden - und verdienten ein Vermögen. Ferraris neuer Roman spielt in unserer Gegenwart. Er wirft die grundlegende Frage auf, ob es überhaupt eine ehrliche Beziehung zwischen Einheimischen und Reisenden geben kann.

Copyright Fotografie: Mathias Bothor

Bücher von Jérôme Ferrari (eine Auswahl):
<ul>
 	<li><a href="https://secession-verlag.com/buecher/nord-sentinelle">Nord Sentinelle. Märchen vom Einheimischen und vom Reisenden</a>. Aus dem Französischen von Christian Ruzicska. Zürich 2025</li>
 	<li><a href="https://secession-verlag.com/buecher/nach-seinem-bilde">Nach seinem Bilde</a>. Aus dem Französischen von Christian Ruzicska. Secession, Zürich 2019</li>
 	<li><a href="https://secession-verlag.com/buecher/ein-gott-ein-tier">Ein Gott, ein Tier</a>. Aus dem Französischen von Christian Ruzicska. Seccession, Zürich 2017</li>
 	<li><a href="https://secession-verlag.com/buecher/das-prinzip">Das Prinzip</a>, Roman. Aus dem Französischen von Christian Ruzicska und Paul Sourzac. Secession, Zürich 2015</li>
 	<li><a href="https://secession-verlag.com/buecher/predigt-auf-den-untergang-roms">Predigt auf den Untergang Roms</a>. Aus dem Französischen von Christian Ruzicska. Secession, Zürich 2013</li>
 	<li><a href="https://secession-verlag.com/buecher/balco-atlantico">Balco Atlantico</a>. Übers. Aus dem Französischen von Christian Ruzicska und Paul Sourzac. Secession, Zürich 2013</li>
 	<li><a href="https://secession-verlag.com/buecher/und-meine-seele-liess-ich-zurueck">Und meine Seele ließ ich zurück</a>. Aus dem Französischen von Christian Ruzicska, Zürich 2011</li>
</ul>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[2012 habe ich den Schriftsteller Jérôme Ferrari zum ersten Mal getroffen, zu Aufnahmen für eine Radiosendung. Sein Roman „Und meine Seele ließ ich zurück“, Laurent Mauvigniers „Die Wunde“ und Alice Ferneys Buch „Passé sous silence“ über einen geschic]]></itunes:subtitle>
			<itunes:keywords>Christian Ruzicska,Harar,Jérôme Ferrari,Nord Sentinelle,Schopenhauer,Secession Verlag,Sir Francis Richard Burton,Sultan Ahmad ibn Abu Bakr</itunes:keywords>
								<content:encoded><![CDATA[2012 habe ich den Schriftsteller Jérôme Ferrari zum ersten Mal getroffen, zu Aufnahmen für eine Radiosendung. Sein Roman „Und meine Seele ließ ich zurück“, Laurent Mauvigniers „Die Wunde“ und Alice Ferneys Buch „Passé sous silence“ über einen geschichtlich bezeugten Attentatsversuch auf den französischen Staatspräsidenten de Gaulle standen im Zentrum einer Sendung über den Algerienkrieg und wie junge Autor*innen 50 Jahre nach der Unabhängigkeit darauf schauen.

Jérôme Ferrari ist in Paris aufgewachsen. Er hat Philosophie studiert und dieses Fach auch mehrere Jahre in Algier unterrichtet. Obwohl der Prix Goncourt, den Ferrari 2012 für seinen Roman „Predigt auf den Untergang Roms“ erhielt, es ihm erlaubt hätte, nur noch literarisch zu schreiben, unterrichtet er weiter.

Weil er sich für die poetischen Facetten der Quantentheorie interessierte, entstand ein Roman, in dem er die politische Naivität des von der Schönheit der Formeln wie der Natur beseelten Physik-Nobelpreisträgers Werner Heisenberg enthüllt. Der Buchtitel „Das Prinzip“ steht für die Entdeckung, dass es keine Permanenz und keine Kontinuität gibt - nur flüchtige Existenzen und unverbundene Ereignisse. Wahrheit lässt sich nur unscharf fassen.

Seit 2017 lebt Jérôme Ferrari wieder fest auf Korsika. Dort entstand der mehrfach preisgekrönte, inzwischen auch verfilmte Roman „Nach seinem Bilde“, in dem Ferrari mit dem blutigen Nationalismus der korsischen Befreiungsbewegung abrechnet. Auch sein jüngstes Werk spielt auf Korsika, selbst wenn der Buchtitel „Nord Sentinelle“ auf eine kleine Insel im Indischen Ozean verweist. Die Bewohner von North Sentinel Island töten jeden, der die Insel zu betreten versucht. Anders als die Sentilenesen sahen alteingesessene korsische Familien in der Beherbergung von Reisenden eher Vorteile. Seit den 1980er Jahren verkauften sie Land, investierten in Ferienwohnungen, eröffneten Restaurants und Läden - und verdienten ein Vermögen. Ferraris neuer Roman spielt in unserer Gegenwart. Er wirft die grundlegende Frage auf, ob es überhaupt eine ehrliche Beziehung zwischen Einheimischen und Reisenden geben kann.

Copyright Fotografie: Mathias Bothor

Bücher von Jérôme Ferrari (eine Auswahl):
<ul>
 	<li><a href="https://secession-verlag.com/buecher/nord-sentinelle">Nord Sentinelle. Märchen vom Einheimischen und vom Reisenden</a>. Aus dem Französischen von Christian Ruzicska. Zürich 2025</li>
 	<li><a href="https://secession-verlag.com/buecher/nach-seinem-bilde">Nach seinem Bilde</a>. Aus dem Französischen von Christian Ruzicska. Secession, Zürich 2019</li>
 	<li><a href="https://secession-verlag.com/buecher/ein-gott-ein-tier">Ein Gott, ein Tier</a>. Aus dem Französischen von Christian Ruzicska. Seccession, Zürich 2017</li>
 	<li><a href="https://secession-verlag.com/buecher/das-prinzip">Das Prinzip</a>, Roman. Aus dem Französischen von Christian Ruzicska und Paul Sourzac. Secession, Zürich 2015</li>
 	<li><a href="https://secession-verlag.com/buecher/predigt-auf-den-untergang-roms">Predigt auf den Untergang Roms</a>. Aus dem Französischen von Christian Ruzicska. Secession, Zürich 2013</li>
 	<li><a href="https://secession-verlag.com/buecher/balco-atlantico">Balco Atlantico</a>. Übers. Aus dem Französischen von Christian Ruzicska und Paul Sourzac. Secession, Zürich 2013</li>
 	<li><a href="https://secession-verlag.com/buecher/und-meine-seele-liess-ich-zurueck">Und meine Seele ließ ich zurück</a>. Aus dem Französischen von Christian Ruzicska, Zürich 2011</li>
</ul>]]></content:encoded>
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			<itunes:summary><![CDATA[2012 habe ich den Schriftsteller Jérôme Ferrari zum ersten Mal getroffen, zu Aufnahmen für eine Radiosendung. Sein Roman „Und meine Seele ließ ich zurück“, Laurent Mauvigniers „Die Wunde“ und Alice Ferneys Buch „Passé sous silence“ über einen geschichtlich bezeugten Attentatsversuch auf den französischen Staatspräsidenten de Gaulle standen im Zentrum einer Sendung über den Algerienkrieg und wie junge Autor*innen 50 Jahre nach der Unabhängigkeit darauf schauen.

Jérôme Ferrari ist in Paris aufgewachsen. Er hat Philosophie studiert und dieses Fach auch mehrere Jahre in Algier unterrichtet. Obwohl der Prix Goncourt, den Ferrari 2012 für seinen Roman „Predigt auf den Untergang Roms“ erhielt, es ihm erlaubt hätte, nur noch literarisch zu schreiben, unterrichtet er weiter.

Weil er sich für die poetischen Facetten der Quantentheorie interessierte, entstand ein Roman, in dem er die politische Naivität des von der Schönheit der Formeln wie der Natur beseelten Physik-Nobelpreisträgers Werner Heisenberg enthüllt. Der Buchtitel „Das Prinzip“ steht für die Entdeckung, dass es keine Permanenz und keine Kontinuität gibt - nur flüchtige Existenzen und unverbundene Ereignisse. Wahrheit lässt sich nur unscharf fassen.

Seit 2017 lebt Jérôme Ferrari wieder fest auf Korsika. Dort entstand der mehrfach preisgekrönte, inzwischen auch verfilmte Roman „Nach seinem Bilde“, in dem Ferrari mit dem blutigen Nationalismus der korsischen Befreiungsbewegung abrechnet. Auch sein jüngstes Werk spielt auf Korsika, selbst wenn der Buchtitel „Nord Sentinelle“ auf eine kleine Insel im Indischen Ozean verweist. Die Bewohner von North Sentinel Island töten jeden, der die Insel zu betreten versucht. Anders als die Sentilenesen sahen alteingesessene korsische Familien in der Beherbergung von Reisenden eher Vorteile. Seit den 1980er Jahren verkauften sie Land, investierten in Ferienwohnungen, eröffneten Restaurants und Läden - und verdienten ein Vermögen. Ferraris neuer Roman spielt in unserer Gegenwart. Er wirft die grundlegende Frage auf, ob es überhaupt eine ehrliche Beziehung zwischen Einheimischen und Reisenden geben kann.

Copyright Fotografie: Mathias Bothor

Bücher von Jérôme Ferrari (eine Auswahl):

 	Nord Sentinelle. Märchen vom Einheimischen und vom Reisenden. Aus dem Französischen von Christian Ruzicska. Zürich 2025
 	Nach seinem Bilde. Aus dem Französischen von Christian Ruzicska. Secession, Zürich 2019
 	Ein Gott, ein Tier. Aus dem Französischen von Christian Ruzicska. Seccession, Zürich 2017
 	Das Prinzip, Roman. Aus dem Französischen von Christian Ruzicska und Paul Sourzac. Secession, Zürich 2015
 	Predigt auf den Untergang Roms. Aus dem Französischen von Christian Ruzicska. Secession, Zürich 2013
 	Balco Atlantico. Übers. Aus dem Französischen von Christian Ruzicska und Paul Sourzac. Secession, Zürich 2013
 	Und meine Seele ließ ich zurück. Aus dem Französischen von Christian Ruzicska, Zürich 2011]]></itunes:summary>
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			<title>Folge 38: „Sei mein Zorn“ – Gespräch mit Jérôme Ferrari über seinen Roman „Nord Sentinelle“</title>
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	<itunes:author><![CDATA[Sigrid Brinkmann]]></itunes:author>		<googleplay:description><![CDATA[2012 habe ich den Schriftsteller Jérôme Ferrari zum ersten Mal getroffen, zu Aufnahmen für eine Radiosendung. Sein Roman „Und meine Seele ließ ich zurück“, Laurent Mauvigniers „Die Wunde“ und Alice Ferneys Buch „Passé sous silence“ über einen geschichtlich bezeugten Attentatsversuch auf den französischen Staatspräsidenten de Gaulle standen im Zentrum einer Sendung über den Algerienkrieg und wie junge Autor*innen 50 Jahre nach der Unabhängigkeit darauf schauen.

Jérôme Ferrari ist in Paris aufgewachsen. Er hat Philosophie studiert und dieses Fach auch mehrere Jahre in Algier unterrichtet. Obwohl der Prix Goncourt, den Ferrari 2012 für seinen Roman „Predigt auf den Untergang Roms“ erhielt, es ihm erlaubt hätte, nur noch literarisch zu schreiben, unterrichtet er weiter.

Weil er sich für die poetischen Facetten der Quantentheorie interessierte, entstand ein Roman, in dem er die politische Naivität des von der Schönheit der Formeln wie der Natur beseelten Physik-Nobelpreisträgers ]]></googleplay:description>
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<item>
	<title>Folge 37: „Hochbranden“ &#8211; zum 100. Geburtstag von Etel Adnan</title>
	<link>https://www.xn--littramours-ebb.com/folge-37-hochbranden-zum-100-geburtstag-von-etel-adnan/</link>
	<pubDate>Fri, 14 Feb 2025 00:00:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Sigrid Brinkmann]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[Im November 2021 starb die amerikanisch-libanesische Künstlerin Etel Adnan. Folge 13 von Littéramours ist ein Requiem: „Fisch am Morgen, Vogel am Abend, Baum den ganzen Tag“, das wollte Etel Adnan sein. Auch Nebel, Wüste, Wasser. Ich habe unsere erste Begegnung, erste Gespräche in Paris dokumentiert.

Am 24. Februar 2025 jährt sich Etel Adnans 100. Geburtstag. 24 Folgen später spricht nun ihre Übersetzerin aus dem Englischen, die Autorin und Kuratorin Klaudia Ruschkowski, über letzte Texte ihrer Freundin und das nicht abreißende imaginäre Gespräch, in das sie immer wieder mit ihr tritt. Zerstörung und Gewalt, die Etel Adnan in ihrem langen Leben erfahren und bezeugt hat, ließen ihre Emotionen „hochbranden“; auch die Liebe zum Marin County in Kalifornien, die Verbundenheit mit poetischen Weggefährten und Farben. Stark war der Wunsch der Künstlerin, das Wort „Ich“ zu beseitigen, zu überwinden.

Copyright Fotografie: Antonio Maria Storch

Bücher von Etel Adnan (eine Auswahl):
<ul>
 	<li><a href="https://edition-nautilus.de/programm/hochbranden/">Hochbranden</a>. Aus dem Englischen von Klaudia Ruschkowski. Edition Nautilus, 2025</li>
 	<li><a href="https://edition-nautilus.de/programm/die-stille-verschieben/">Die Stille verschieben</a>. Aus dem Englischen und mit einem Vorwort von Klaudia Ruschkowski. Edition Nautilus, 2022</li>
 	<li><a href="https://edition-nautilus.de/programm/zeit/">Zeit</a>. Aus dem Englischen von Klaudia Ruschkowski. Deutsche Erstausgabe. Edition Nautilus, 2021</li>
 	<li><a href="https://edition-nautilus.de/programm/sturm-ohne-wind/">Sturm ohne Wind</a>. Gedichte – Prosa – Essays – Gespräche. Herausgegeben und mit einem Vorwort von Klaudia Ruschkowski und Hanna Mittelstädt. Edition Nautilus, 2019</li>
 	<li><a href="https://edition-nautilus.de/programm/gespraeche-mit-meiner-seele/">Gespräche mit meiner Seele</a>. Aus dem Englischen von Klaudia Ruschkowski. Edition Nautilus, 2015</li>
 	<li><a href="https://edition-nautilus.de/programm/reise-zum-mount-tamalpais/">Reise zum Mount Tamalpais</a>. Aus dem Englischen von Klaudia Ruschkowski. Edition Nautilus, 2008</li>
 	<li>Die Bücher Nacht (2016) und Jahreszeiten (2012) sind vergriffen.</li>
</ul>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[Im November 2021 starb die amerikanisch-libanesische Künstlerin Etel Adnan. Folge 13 von Littéramours ist ein Requiem: „Fisch am Morgen, Vogel am Abend, Baum den ganzen Tag“, das wollte Etel Adnan sein. Auch Nebel, Wüste, Wasser. Ich habe unsere erste Be]]></itunes:subtitle>
			<itunes:keywords>Etel Adnan,Gespräche mit meiner Seele,Hochbranden Edition Nautilus,Klaudia Ruschkowski</itunes:keywords>
								<content:encoded><![CDATA[Im November 2021 starb die amerikanisch-libanesische Künstlerin Etel Adnan. Folge 13 von Littéramours ist ein Requiem: „Fisch am Morgen, Vogel am Abend, Baum den ganzen Tag“, das wollte Etel Adnan sein. Auch Nebel, Wüste, Wasser. Ich habe unsere erste Begegnung, erste Gespräche in Paris dokumentiert.

Am 24. Februar 2025 jährt sich Etel Adnans 100. Geburtstag. 24 Folgen später spricht nun ihre Übersetzerin aus dem Englischen, die Autorin und Kuratorin Klaudia Ruschkowski, über letzte Texte ihrer Freundin und das nicht abreißende imaginäre Gespräch, in das sie immer wieder mit ihr tritt. Zerstörung und Gewalt, die Etel Adnan in ihrem langen Leben erfahren und bezeugt hat, ließen ihre Emotionen „hochbranden“; auch die Liebe zum Marin County in Kalifornien, die Verbundenheit mit poetischen Weggefährten und Farben. Stark war der Wunsch der Künstlerin, das Wort „Ich“ zu beseitigen, zu überwinden.

Copyright Fotografie: Antonio Maria Storch

Bücher von Etel Adnan (eine Auswahl):
<ul>
 	<li><a href="https://edition-nautilus.de/programm/hochbranden/">Hochbranden</a>. Aus dem Englischen von Klaudia Ruschkowski. Edition Nautilus, 2025</li>
 	<li><a href="https://edition-nautilus.de/programm/die-stille-verschieben/">Die Stille verschieben</a>. Aus dem Englischen und mit einem Vorwort von Klaudia Ruschkowski. Edition Nautilus, 2022</li>
 	<li><a href="https://edition-nautilus.de/programm/zeit/">Zeit</a>. Aus dem Englischen von Klaudia Ruschkowski. Deutsche Erstausgabe. Edition Nautilus, 2021</li>
 	<li><a href="https://edition-nautilus.de/programm/sturm-ohne-wind/">Sturm ohne Wind</a>. Gedichte – Prosa – Essays – Gespräche. Herausgegeben und mit einem Vorwort von Klaudia Ruschkowski und Hanna Mittelstädt. Edition Nautilus, 2019</li>
 	<li><a href="https://edition-nautilus.de/programm/gespraeche-mit-meiner-seele/">Gespräche mit meiner Seele</a>. Aus dem Englischen von Klaudia Ruschkowski. Edition Nautilus, 2015</li>
 	<li><a href="https://edition-nautilus.de/programm/reise-zum-mount-tamalpais/">Reise zum Mount Tamalpais</a>. Aus dem Englischen von Klaudia Ruschkowski. Edition Nautilus, 2008</li>
 	<li>Die Bücher Nacht (2016) und Jahreszeiten (2012) sind vergriffen.</li>
</ul>]]></content:encoded>
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			<itunes:summary><![CDATA[Im November 2021 starb die amerikanisch-libanesische Künstlerin Etel Adnan. Folge 13 von Littéramours ist ein Requiem: „Fisch am Morgen, Vogel am Abend, Baum den ganzen Tag“, das wollte Etel Adnan sein. Auch Nebel, Wüste, Wasser. Ich habe unsere erste Begegnung, erste Gespräche in Paris dokumentiert.

Am 24. Februar 2025 jährt sich Etel Adnans 100. Geburtstag. 24 Folgen später spricht nun ihre Übersetzerin aus dem Englischen, die Autorin und Kuratorin Klaudia Ruschkowski, über letzte Texte ihrer Freundin und das nicht abreißende imaginäre Gespräch, in das sie immer wieder mit ihr tritt. Zerstörung und Gewalt, die Etel Adnan in ihrem langen Leben erfahren und bezeugt hat, ließen ihre Emotionen „hochbranden“; auch die Liebe zum Marin County in Kalifornien, die Verbundenheit mit poetischen Weggefährten und Farben. Stark war der Wunsch der Künstlerin, das Wort „Ich“ zu beseitigen, zu überwinden.

Copyright Fotografie: Antonio Maria Storch

Bücher von Etel Adnan (eine Auswahl):

 	Hochbranden. Aus dem Englischen von Klaudia Ruschkowski. Edition Nautilus, 2025
 	Die Stille verschieben. Aus dem Englischen und mit einem Vorwort von Klaudia Ruschkowski. Edition Nautilus, 2022
 	Zeit. Aus dem Englischen von Klaudia Ruschkowski. Deutsche Erstausgabe. Edition Nautilus, 2021
 	Sturm ohne Wind. Gedichte – Prosa – Essays – Gespräche. Herausgegeben und mit einem Vorwort von Klaudia Ruschkowski und Hanna Mittelstädt. Edition Nautilus, 2019
 	Gespräche mit meiner Seele. Aus dem Englischen von Klaudia Ruschkowski. Edition Nautilus, 2015
 	Reise zum Mount Tamalpais. Aus dem Englischen von Klaudia Ruschkowski. Edition Nautilus, 2008
 	Die Bücher Nacht (2016) und Jahreszeiten (2012) sind vergriffen.]]></itunes:summary>
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			<title>Folge 37: „Hochbranden“ &#8211; zum 100. Geburtstag von Etel Adnan</title>
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	<itunes:author><![CDATA[Sigrid Brinkmann]]></itunes:author>		<googleplay:description><![CDATA[Im November 2021 starb die amerikanisch-libanesische Künstlerin Etel Adnan. Folge 13 von Littéramours ist ein Requiem: „Fisch am Morgen, Vogel am Abend, Baum den ganzen Tag“, das wollte Etel Adnan sein. Auch Nebel, Wüste, Wasser. Ich habe unsere erste Begegnung, erste Gespräche in Paris dokumentiert.

Am 24. Februar 2025 jährt sich Etel Adnans 100. Geburtstag. 24 Folgen später spricht nun ihre Übersetzerin aus dem Englischen, die Autorin und Kuratorin Klaudia Ruschkowski, über letzte Texte ihrer Freundin und das nicht abreißende imaginäre Gespräch, in das sie immer wieder mit ihr tritt. Zerstörung und Gewalt, die Etel Adnan in ihrem langen Leben erfahren und bezeugt hat, ließen ihre Emotionen „hochbranden“; auch die Liebe zum Marin County in Kalifornien, die Verbundenheit mit poetischen Weggefährten und Farben. Stark war der Wunsch der Künstlerin, das Wort „Ich“ zu beseitigen, zu überwinden.

Copyright Fotografie: Antonio Maria Storch

Bücher von Etel Adnan (eine Auswahl):

 	Hochbran]]></googleplay:description>
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<item>
	<title>Folge 36: „Ein Mann ohne Titel“ &#8211; Gespräch mit Xavier Le Clerc</title>
	<link>https://www.xn--littramours-ebb.com/folge-36-ein-mann-ohne-titel-gespraech-mit-xavier-le-clerc/</link>
	<pubDate>Tue, 14 Jan 2025 00:00:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Sigrid Brinkmann]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[Zu den Neuentdeckungen des Merlin Verlags gehört der französisch-algerische Autor Xavier Le Clerc. In Frankreich wurde sein Buch „Un homme sans titre“ mit vier Literaturpreisen ausgezeichnet und schnell in andere Sprachen übersetzt. „Ein Mann ohne Titel“ ist eine bewegende Hommage an den verstorbenen Vater des Autors, der eben nie einen Titel erworben hatte. Er besaß nur den Betriebsausweis des Stahlwerkes, in dem er bis zu dessen Schließung 1993 arbeitete.

Als Homosexueller konnte Xavier Le Clerc nicht in der Provinz bleiben. 20 Jahre lang hatte er, der als Hamid Aït-Taleb geboren wurde, seine Familie nicht mehr gesehen. 2020, der Autor war vierzig Jahre alt und sein Vater 82, sahen sie sich ein letztes Mal. Der Sohn, eines von neun Kindern, beschloss, über das harte Leben seines Vaters zu schreiben und „die Geschichte so vieler Arbeiter sichtbar (zu machen), die Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut haben“.

Le Clerc zeigt sich als jemand, der still, aber entschlossen seinen eigenen Weg geht. Er bedauert, dass französische Muslime für die „identitäre Droge“ Religion empfänglich sind. „Multikulturisten“, die ihm vorwerfen, seine „Wurzeln zu verraten“, betrachtet er als Leute, die „von der Rente der Ressentiments“ leben. Er vergleicht sie mit zwielichtigen Unternehmern, „die ihren Brüdern verwahrloste Baracken vermieten und ihnen dabei auf die Schulter klopfen“.

Trotz aller Entbehrungen und Benachteiligungen habe sein Vater - so Le Clerc im Gespräch - sich nie negativ über Frankreich oder Europa geäußert. Dafür, dass er seinen Kindern keine Ressentiments mitgegeben habe, ist er ihm dankbar.

Bücher von Xavier le Clerc: 
<ul>
 	<li><a href="https://merlin-verlag.com/epages/82f36b4d-3679-4794-a74d-1ade21211848.sf/de_AT/?ObjectID=35091055">Ein Mann ohne Titel</a>. Aus dem Französischen von Christiane Kayser. Merlin Verlag, Gifkendorf 2024</li>
 	<li><a href="https://www.gallimard.fr/catalogue/cent-vingt-francs/9782072888090">Cent vingt francs</a>. Roman. Paris, Gallimard 2021</li>
 	<li>De grâce. Roman. JC Lattès, Paris 2008</li>
</ul>
Buchempfehlung:
<ul>
 	<li><a href="https://www.matthes-seitz-berlin.de/buch/victor-hugo.html?lid=2">Walburga Hülk</a>: Victor Hugo. Jahrhundertmensch. Matthes&amp;Seitz, Berlin 2024</li>
</ul>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[Zu den Neuentdeckungen des Merlin Verlags gehört der französisch-algerische Autor Xavier Le Clerc. In Frankreich wurde sein Buch „Un homme sans titre“ mit vier Literaturpreisen ausgezeichnet und schnell in andere Sprachen übersetzt. „Ein Mann ohne Titel“]]></itunes:subtitle>
			<itunes:keywords>Albert Camus &quot;Misère de la Kabylie&quot;,Alger Républicain,Ein Mann ohne Titel,Kamel Daoud,Merlin Verlag,Xavier le Clerc</itunes:keywords>
								<content:encoded><![CDATA[Zu den Neuentdeckungen des Merlin Verlags gehört der französisch-algerische Autor Xavier Le Clerc. In Frankreich wurde sein Buch „Un homme sans titre“ mit vier Literaturpreisen ausgezeichnet und schnell in andere Sprachen übersetzt. „Ein Mann ohne Titel“ ist eine bewegende Hommage an den verstorbenen Vater des Autors, der eben nie einen Titel erworben hatte. Er besaß nur den Betriebsausweis des Stahlwerkes, in dem er bis zu dessen Schließung 1993 arbeitete.

Als Homosexueller konnte Xavier Le Clerc nicht in der Provinz bleiben. 20 Jahre lang hatte er, der als Hamid Aït-Taleb geboren wurde, seine Familie nicht mehr gesehen. 2020, der Autor war vierzig Jahre alt und sein Vater 82, sahen sie sich ein letztes Mal. Der Sohn, eines von neun Kindern, beschloss, über das harte Leben seines Vaters zu schreiben und „die Geschichte so vieler Arbeiter sichtbar (zu machen), die Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut haben“.

Le Clerc zeigt sich als jemand, der still, aber entschlossen seinen eigenen Weg geht. Er bedauert, dass französische Muslime für die „identitäre Droge“ Religion empfänglich sind. „Multikulturisten“, die ihm vorwerfen, seine „Wurzeln zu verraten“, betrachtet er als Leute, die „von der Rente der Ressentiments“ leben. Er vergleicht sie mit zwielichtigen Unternehmern, „die ihren Brüdern verwahrloste Baracken vermieten und ihnen dabei auf die Schulter klopfen“.

Trotz aller Entbehrungen und Benachteiligungen habe sein Vater - so Le Clerc im Gespräch - sich nie negativ über Frankreich oder Europa geäußert. Dafür, dass er seinen Kindern keine Ressentiments mitgegeben habe, ist er ihm dankbar.

Bücher von Xavier le Clerc: 
<ul>
 	<li><a href="https://merlin-verlag.com/epages/82f36b4d-3679-4794-a74d-1ade21211848.sf/de_AT/?ObjectID=35091055">Ein Mann ohne Titel</a>. Aus dem Französischen von Christiane Kayser. Merlin Verlag, Gifkendorf 2024</li>
 	<li><a href="https://www.gallimard.fr/catalogue/cent-vingt-francs/9782072888090">Cent vingt francs</a>. Roman. Paris, Gallimard 2021</li>
 	<li>De grâce. Roman. JC Lattès, Paris 2008</li>
</ul>
Buchempfehlung:
<ul>
 	<li><a href="https://www.matthes-seitz-berlin.de/buch/victor-hugo.html?lid=2">Walburga Hülk</a>: Victor Hugo. Jahrhundertmensch. Matthes&amp;Seitz, Berlin 2024</li>
</ul>]]></content:encoded>
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			<itunes:summary><![CDATA[Zu den Neuentdeckungen des Merlin Verlags gehört der französisch-algerische Autor Xavier Le Clerc. In Frankreich wurde sein Buch „Un homme sans titre“ mit vier Literaturpreisen ausgezeichnet und schnell in andere Sprachen übersetzt. „Ein Mann ohne Titel“ ist eine bewegende Hommage an den verstorbenen Vater des Autors, der eben nie einen Titel erworben hatte. Er besaß nur den Betriebsausweis des Stahlwerkes, in dem er bis zu dessen Schließung 1993 arbeitete.

Als Homosexueller konnte Xavier Le Clerc nicht in der Provinz bleiben. 20 Jahre lang hatte er, der als Hamid Aït-Taleb geboren wurde, seine Familie nicht mehr gesehen. 2020, der Autor war vierzig Jahre alt und sein Vater 82, sahen sie sich ein letztes Mal. Der Sohn, eines von neun Kindern, beschloss, über das harte Leben seines Vaters zu schreiben und „die Geschichte so vieler Arbeiter sichtbar (zu machen), die Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut haben“.

Le Clerc zeigt sich als jemand, der still, aber entschlossen seinen eigenen Weg geht. Er bedauert, dass französische Muslime für die „identitäre Droge“ Religion empfänglich sind. „Multikulturisten“, die ihm vorwerfen, seine „Wurzeln zu verraten“, betrachtet er als Leute, die „von der Rente der Ressentiments“ leben. Er vergleicht sie mit zwielichtigen Unternehmern, „die ihren Brüdern verwahrloste Baracken vermieten und ihnen dabei auf die Schulter klopfen“.

Trotz aller Entbehrungen und Benachteiligungen habe sein Vater - so Le Clerc im Gespräch - sich nie negativ über Frankreich oder Europa geäußert. Dafür, dass er seinen Kindern keine Ressentiments mitgegeben habe, ist er ihm dankbar.

Bücher von Xavier le Clerc: 

 	Ein Mann ohne Titel. Aus dem Französischen von Christiane Kayser. Merlin Verlag, Gifkendorf 2024
 	Cent vingt francs. Roman. Paris, Gallimard 2021
 	De grâce. Roman. JC Lattès, Paris 2008

Buchempfehlung:

 	Walburga Hülk: Victor Hugo. Jahrhundertmensch. Matthes&amp;Seitz, Berlin 2024]]></itunes:summary>
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			<title>Folge 36: „Ein Mann ohne Titel“ &#8211; Gespräch mit Xavier Le Clerc</title>
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	<itunes:author><![CDATA[Sigrid Brinkmann]]></itunes:author>		<googleplay:description><![CDATA[Zu den Neuentdeckungen des Merlin Verlags gehört der französisch-algerische Autor Xavier Le Clerc. In Frankreich wurde sein Buch „Un homme sans titre“ mit vier Literaturpreisen ausgezeichnet und schnell in andere Sprachen übersetzt. „Ein Mann ohne Titel“ ist eine bewegende Hommage an den verstorbenen Vater des Autors, der eben nie einen Titel erworben hatte. Er besaß nur den Betriebsausweis des Stahlwerkes, in dem er bis zu dessen Schließung 1993 arbeitete.

Als Homosexueller konnte Xavier Le Clerc nicht in der Provinz bleiben. 20 Jahre lang hatte er, der als Hamid Aït-Taleb geboren wurde, seine Familie nicht mehr gesehen. 2020, der Autor war vierzig Jahre alt und sein Vater 82, sahen sie sich ein letztes Mal. Der Sohn, eines von neun Kindern, beschloss, über das harte Leben seines Vaters zu schreiben und „die Geschichte so vieler Arbeiter sichtbar (zu machen), die Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut haben“.

Le Clerc zeigt sich als jemand, der still, aber entschlos]]></googleplay:description>
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	<title>Folge 35: „Im Land der Lebenden“ &#8211; ein Gespräch mit Déborah Lévy-Bertherat</title>
	<link>https://www.xn--littramours-ebb.com/folge-35-im-land-der-lebenden-ein-gespraech-mit-deborah-levy-bertherat/</link>
	<pubDate>Thu, 14 Nov 2024 00:00:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Sigrid Brinkmann]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[Am 26. Januar 1903 wurde Irma Levy in Hamburg geboren. Sie war die jüngste Tochter von Friederike und Elkhan Levy, die seit 1892 ein Altersheim leiteten und für den jüdischen Friedhof in Altona zuständig waren. Das Ehepaar hatte fünf Kinder. Ihr Sohn Kurt ist der Großvater von Déborah Levy-Bertherat. Ihn hat sie nie kennengelernt. An die erste Begegnung mit seinen Schwestern Irma und Edith erinnert sich die Autorin genau. Es war im Sommer 1972, in Israel, im Garten der Großmutter. Déborah war neun Jahre alt.

„Die Nachkommen“, schreibt sie, “stellen keine Fragen. Sie haben Angst, Geister zu wecken, das Messer oder die große Axt der Geschichte in die Wunden ihrer Vorfahren zu stoßen. In Wahrheit fürchten sie vor allem, dass sie selbst durch das, was sie hören, verletzt werden könnten.“ Déborah Lévy-Bertherat hat ihre Großtanten nicht befragt. Doch eines Tages begann sie, Archive und ehemalige Wohnstätten aufzusuchen und familiengeschichtliche Lücken zu füllen. Sie akzeptiert die Möglichkeit, sich mitunter zu irren, und beginnt mit der Arbeit am Buch Sur la terre des vivants / Im Land der Lebenden.

Déborah Lévy-Bertherat lebt in Paris. Sie lehrt Vergleichende Literaturwissenschaft &nbsp;an der Ecole normale supérieure, hat Bücher von Lermontow und Gogol übersetzt und bislang vier Romane geschrieben. Im November 2024 habe ich die Schriftstellerin zum Gespräch in Paris getroffen.

Bücher von Déborah Lévy-Bertherat:
<ul>
 	<li><a href="https://www.payot-rivages.fr/rivages/livre/sur-la-terre-des-vivants-9782743659097" target="_blank" rel="noopener">Sur la terre des vivants,</a> Paris 2023</li>
 	<li><a href="https://www.payot-rivages.fr/rivages/livre/le-ch%C3%A2le-de-marie-curie-9782743640033">Le châle de Marie-Curie</a>, Paris 2017</li>
 	<li><a href="https://www.penguin.de/buecher/d%C3%A9borah-l%C3%A9vy-bertherat-die-weite-welt-des-daniel-ascher/ebook/9783641183028">Die weite Welt des Daniel Ascher</a>. Aus dem Französischen von Michael von Killisch-Horn. München (btb) 2016</li>
 	<li><a href="https://www.payot-rivages.fr/rivages/livre/les-fianc%C3%A9s-9782743659233">Les fiancés</a>, Paris 2015</li>
</ul>
Link zum Arbeitskreis Stolpersteine und jüdisches Leben in Hamburg,&nbsp; Hauptkirche Sankt Nikolai

<a href="https://www.hauptkirche-stnikolai.de/bildungwissen/kunst-kultur/arbeitskreis-stolpersteine-und-juedisches-leben">https://www.hauptkirche-stnikolai.de/bildungwissen/kunst-kultur/arbeitskreis-stolpersteine-und-juedisches-leben</a>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[Am 26. Januar 1903 wurde Irma Levy in Hamburg geboren. Sie war die jüngste Tochter von Friederike und Elkhan Levy, die seit 1892 ein Altersheim leiteten und für den jüdischen Friedhof in Altona zuständig waren. Das Ehepaar hatte fünf Kinder. Ihr Sohn Kur]]></itunes:subtitle>
			<itunes:keywords>Arbeitskreis Stolpersteine und jüdisches leben Hamburg,Christina Igla,Déborah Lévy-Bertherat,Sur la terre des vivants</itunes:keywords>
								<content:encoded><![CDATA[Am 26. Januar 1903 wurde Irma Levy in Hamburg geboren. Sie war die jüngste Tochter von Friederike und Elkhan Levy, die seit 1892 ein Altersheim leiteten und für den jüdischen Friedhof in Altona zuständig waren. Das Ehepaar hatte fünf Kinder. Ihr Sohn Kurt ist der Großvater von Déborah Levy-Bertherat. Ihn hat sie nie kennengelernt. An die erste Begegnung mit seinen Schwestern Irma und Edith erinnert sich die Autorin genau. Es war im Sommer 1972, in Israel, im Garten der Großmutter. Déborah war neun Jahre alt.

„Die Nachkommen“, schreibt sie, “stellen keine Fragen. Sie haben Angst, Geister zu wecken, das Messer oder die große Axt der Geschichte in die Wunden ihrer Vorfahren zu stoßen. In Wahrheit fürchten sie vor allem, dass sie selbst durch das, was sie hören, verletzt werden könnten.“ Déborah Lévy-Bertherat hat ihre Großtanten nicht befragt. Doch eines Tages begann sie, Archive und ehemalige Wohnstätten aufzusuchen und familiengeschichtliche Lücken zu füllen. Sie akzeptiert die Möglichkeit, sich mitunter zu irren, und beginnt mit der Arbeit am Buch Sur la terre des vivants / Im Land der Lebenden.

Déborah Lévy-Bertherat lebt in Paris. Sie lehrt Vergleichende Literaturwissenschaft &nbsp;an der Ecole normale supérieure, hat Bücher von Lermontow und Gogol übersetzt und bislang vier Romane geschrieben. Im November 2024 habe ich die Schriftstellerin zum Gespräch in Paris getroffen.

Bücher von Déborah Lévy-Bertherat:
<ul>
 	<li><a href="https://www.payot-rivages.fr/rivages/livre/sur-la-terre-des-vivants-9782743659097" target="_blank" rel="noopener">Sur la terre des vivants,</a> Paris 2023</li>
 	<li><a href="https://www.payot-rivages.fr/rivages/livre/le-ch%C3%A2le-de-marie-curie-9782743640033">Le châle de Marie-Curie</a>, Paris 2017</li>
 	<li><a href="https://www.penguin.de/buecher/d%C3%A9borah-l%C3%A9vy-bertherat-die-weite-welt-des-daniel-ascher/ebook/9783641183028">Die weite Welt des Daniel Ascher</a>. Aus dem Französischen von Michael von Killisch-Horn. München (btb) 2016</li>
 	<li><a href="https://www.payot-rivages.fr/rivages/livre/les-fianc%C3%A9s-9782743659233">Les fiancés</a>, Paris 2015</li>
</ul>
Link zum Arbeitskreis Stolpersteine und jüdisches Leben in Hamburg,&nbsp; Hauptkirche Sankt Nikolai

<a href="https://www.hauptkirche-stnikolai.de/bildungwissen/kunst-kultur/arbeitskreis-stolpersteine-und-juedisches-leben">https://www.hauptkirche-stnikolai.de/bildungwissen/kunst-kultur/arbeitskreis-stolpersteine-und-juedisches-leben</a>]]></content:encoded>
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„Die Nachkommen“, schreibt sie, “stellen keine Fragen. Sie haben Angst, Geister zu wecken, das Messer oder die große Axt der Geschichte in die Wunden ihrer Vorfahren zu stoßen. In Wahrheit fürchten sie vor allem, dass sie selbst durch das, was sie hören, verletzt werden könnten.“ Déborah Lévy-Bertherat hat ihre Großtanten nicht befragt. Doch eines Tages begann sie, Archive und ehemalige Wohnstätten aufzusuchen und familiengeschichtliche Lücken zu füllen. Sie akzeptiert die Möglichkeit, sich mitunter zu irren, und beginnt mit der Arbeit am Buch Sur la terre des vivants / Im Land der Lebenden.

Déborah Lévy-Bertherat lebt in Paris. Sie lehrt Vergleichende Literaturwissenschaft &nbsp;an der Ecole normale supérieure, hat Bücher von Lermontow und Gogol übersetzt und bislang vier Romane geschrieben. Im November 2024 habe ich die Schriftstellerin zum Gespräch in Paris getroffen.

Bücher von Déborah Lévy-Bertherat:

 	Sur la terre des vivants, Paris 2023
 	Le châle de Marie-Curie, Paris 2017
 	Die weite Welt des Daniel Ascher. Aus dem Französischen von Michael von Killisch-Horn. München (btb) 2016
 	Les fiancés, Paris 2015

Link zum Arbeitskreis Stolpersteine und jüdisches Leben in Hamburg,&nbsp; Hauptkirche Sankt Nikolai

https://www.hauptkirche-stnikolai.de/bildungwissen/kunst-kultur/arbeitskreis-stolpersteine-und-juedisches-leben]]></itunes:summary>
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	<itunes:author><![CDATA[Sigrid Brinkmann]]></itunes:author>		<googleplay:description><![CDATA[Am 26. Januar 1903 wurde Irma Levy in Hamburg geboren. Sie war die jüngste Tochter von Friederike und Elkhan Levy, die seit 1892 ein Altersheim leiteten und für den jüdischen Friedhof in Altona zuständig waren. Das Ehepaar hatte fünf Kinder. Ihr Sohn Kurt ist der Großvater von Déborah Levy-Bertherat. Ihn hat sie nie kennengelernt. An die erste Begegnung mit seinen Schwestern Irma und Edith erinnert sich die Autorin genau. Es war im Sommer 1972, in Israel, im Garten der Großmutter. Déborah war neun Jahre alt.

„Die Nachkommen“, schreibt sie, “stellen keine Fragen. Sie haben Angst, Geister zu wecken, das Messer oder die große Axt der Geschichte in die Wunden ihrer Vorfahren zu stoßen. In Wahrheit fürchten sie vor allem, dass sie selbst durch das, was sie hören, verletzt werden könnten.“ Déborah Lévy-Bertherat hat ihre Großtanten nicht befragt. Doch eines Tages begann sie, Archive und ehemalige Wohnstätten aufzusuchen und familiengeschichtliche Lücken zu füllen. Sie akzeptiert die Möglic]]></googleplay:description>
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	<title>Folge 34: Man hinterlässt nichts als Spuren &#8211; ein Gespräch mit dem Schriftsteller und Journalisten Christophe Boltanski</title>
	<link>https://www.xn--littramours-ebb.com/folge-34-man-hinterlaesst-nichts-als-spuren-ein-gespraech-mit-dem-schriftsteller-und-journalisten-christophe-boltanski/</link>
	<pubDate>Thu, 14 Nov 2024 00:00:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Sigrid Brinkmann]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[Christophe Boltanski ist Reporter, Essayist und Romancier. Von 1989 bis 2007 war er für die Pariser Tageszeitung Libération tätig und hat in dieser Zeit viele Jahre als Korrespondent in London und Jerusalem gelebt. Für sein Sachbuch über die Minenarbeiter im Ost-Kongo wurde er 2010 mit dem Prix Bayeux-Calvados des correspondants de guerre ausgezeichnet. Fünf Jahre später debütierte er mit dem preisgekrönten Roman Das Versteck – der Geschichte seiner jüdisch-korsisch-bretonischen Familie. 2018 folge Le Guetteur.

Beide Romane sind erkennbar vom Wunsch getragen, das Wahre vom Falschen zu trennen. Christoph Boltanski schreibt mit großer Ernsthaftigkeit und feiner Ironie. Sein Blick auf das Entstehen von Familienlegenden und kollektiven Erzählungen zeugt von Nähe und Freiheit zugleich. Das Versteck und Le Guetteur sind weit mehr als die Memoiren eines Schriftstellers, der den Schein hinterfragt und verborgene, vergessene und manchmal widersprüchliche Details erforscht. Die Zeitgeschichte, der Zweite Weltkrieg, der Algerienkrieg, der Umbruch von 1968 sind präsent.&nbsp;&nbsp;

Die Rekonstruktion des Lebens eines unbekannten Mannes und die gewaltvolle kongolesisch-belgische Geschichte, die Christoph Boltanski anlässlich eines nächtlichen Besuches des AfrikaMuseum in Tervuren, Belgien, wachruft, sind beeindrückende Bücher – Die Leben des Jacob haben wir gegen Ende unseres Gesprächs gestreift. Der Anlass für unser Treffen am 1. November in einem Pariser Café war ein anderer: Ich habe mit Christophe Boltanski über sein im Mai 2024 in Frankreich erschienenes Buch La fermière tuée par sa vache et autre faits divers gesprochen. Entstanden sind die 10 Reportagen des Bandes zwischen 2018 und 2023.

Copyright des Autorenfotos: Peter-Andreas Hassiepen

Bücher von Christophe Boltanski:
<ul>
 	<li>La fermière tuée par sa vache et autres faits divers. Paris, 2024</li>
 	<li>King Kasaï. Ma nuit au musée. Paris, 2023</li>
 	<li><a href="https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/christophe-boltanski-die-leben-des-jacob-9783446276277-t-3883">Die Leben des Jacob</a>. München, 2023</li>
 	<li>Le guetteur. Roman, Paris 2018</li>
 	<li><a href="https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/christophe-boltanski-das-versteck-9783446256422-t-2413">Das Versteck</a>.  München, 2017</li>
 	<li>Minerais de sang. Les esclaves du monde moderne, Paris, 2012</li>
 	<li>Chirac d’Arabie. Les Mirages d’une politique française (avec Éric Aeschimann), Paris, 2006</li>
 	<li>Bethléem. 2000 ans de passion. (avec Farah Mébarki u. Rémi Benali), Paris, 2000</li>
 	<li>Les Sept Vies de Yasser Arafat. (avec Jihan al-Tahri), Paris, 1997</li>
</ul>
&nbsp;]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[Christophe Boltanski ist Reporter, Essayist und Romancier. Von 1989 bis 2007 war er für die Pariser Tageszeitung Libération tätig und hat in dieser Zeit viele Jahre als Korrespondent in London und Jerusalem gelebt. Für sein Sachbuch über die Minenarbeite]]></itunes:subtitle>
			<itunes:keywords>Christoph Boltanski,Conques-sur-Orbiel,Das Versteck,Die Grauen Wölfe,Edgar Morin,La fermière tuée par sa vache et autres faits divers,le cycle des rumeurs,Le guetteur,Revue Zadig</itunes:keywords>
								<content:encoded><![CDATA[Christophe Boltanski ist Reporter, Essayist und Romancier. Von 1989 bis 2007 war er für die Pariser Tageszeitung Libération tätig und hat in dieser Zeit viele Jahre als Korrespondent in London und Jerusalem gelebt. Für sein Sachbuch über die Minenarbeiter im Ost-Kongo wurde er 2010 mit dem Prix Bayeux-Calvados des correspondants de guerre ausgezeichnet. Fünf Jahre später debütierte er mit dem preisgekrönten Roman Das Versteck – der Geschichte seiner jüdisch-korsisch-bretonischen Familie. 2018 folge Le Guetteur.

Beide Romane sind erkennbar vom Wunsch getragen, das Wahre vom Falschen zu trennen. Christoph Boltanski schreibt mit großer Ernsthaftigkeit und feiner Ironie. Sein Blick auf das Entstehen von Familienlegenden und kollektiven Erzählungen zeugt von Nähe und Freiheit zugleich. Das Versteck und Le Guetteur sind weit mehr als die Memoiren eines Schriftstellers, der den Schein hinterfragt und verborgene, vergessene und manchmal widersprüchliche Details erforscht. Die Zeitgeschichte, der Zweite Weltkrieg, der Algerienkrieg, der Umbruch von 1968 sind präsent.&nbsp;&nbsp;

Die Rekonstruktion des Lebens eines unbekannten Mannes und die gewaltvolle kongolesisch-belgische Geschichte, die Christoph Boltanski anlässlich eines nächtlichen Besuches des AfrikaMuseum in Tervuren, Belgien, wachruft, sind beeindrückende Bücher – Die Leben des Jacob haben wir gegen Ende unseres Gesprächs gestreift. Der Anlass für unser Treffen am 1. November in einem Pariser Café war ein anderer: Ich habe mit Christophe Boltanski über sein im Mai 2024 in Frankreich erschienenes Buch La fermière tuée par sa vache et autre faits divers gesprochen. Entstanden sind die 10 Reportagen des Bandes zwischen 2018 und 2023.

Copyright des Autorenfotos: Peter-Andreas Hassiepen

Bücher von Christophe Boltanski:
<ul>
 	<li>La fermière tuée par sa vache et autres faits divers. Paris, 2024</li>
 	<li>King Kasaï. Ma nuit au musée. Paris, 2023</li>
 	<li><a href="https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/christophe-boltanski-die-leben-des-jacob-9783446276277-t-3883">Die Leben des Jacob</a>. München, 2023</li>
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 	<li><a href="https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/christophe-boltanski-das-versteck-9783446256422-t-2413">Das Versteck</a>.  München, 2017</li>
 	<li>Minerais de sang. Les esclaves du monde moderne, Paris, 2012</li>
 	<li>Chirac d’Arabie. Les Mirages d’une politique française (avec Éric Aeschimann), Paris, 2006</li>
 	<li>Bethléem. 2000 ans de passion. (avec Farah Mébarki u. Rémi Benali), Paris, 2000</li>
 	<li>Les Sept Vies de Yasser Arafat. (avec Jihan al-Tahri), Paris, 1997</li>
</ul>
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Beide Romane sind erkennbar vom Wunsch getragen, das Wahre vom Falschen zu trennen. Christoph Boltanski schreibt mit großer Ernsthaftigkeit und feiner Ironie. Sein Blick auf das Entstehen von Familienlegenden und kollektiven Erzählungen zeugt von Nähe und Freiheit zugleich. Das Versteck und Le Guetteur sind weit mehr als die Memoiren eines Schriftstellers, der den Schein hinterfragt und verborgene, vergessene und manchmal widersprüchliche Details erforscht. Die Zeitgeschichte, der Zweite Weltkrieg, der Algerienkrieg, der Umbruch von 1968 sind präsent.&nbsp;&nbsp;

Die Rekonstruktion des Lebens eines unbekannten Mannes und die gewaltvolle kongolesisch-belgische Geschichte, die Christoph Boltanski anlässlich eines nächtlichen Besuches des AfrikaMuseum in Tervuren, Belgien, wachruft, sind beeindrückende Bücher – Die Leben des Jacob haben wir gegen Ende unseres Gesprächs gestreift. Der Anlass für unser Treffen am 1. November in einem Pariser Café war ein anderer: Ich habe mit Christophe Boltanski über sein im Mai 2024 in Frankreich erschienenes Buch La fermière tuée par sa vache et autre faits divers gesprochen. Entstanden sind die 10 Reportagen des Bandes zwischen 2018 und 2023.

Copyright des Autorenfotos: Peter-Andreas Hassiepen

Bücher von Christophe Boltanski:

 	La fermière tuée par sa vache et autres faits divers. Paris, 2024
 	King Kasaï. Ma nuit au musée. Paris, 2023
 	Die Leben des Jacob. München, 2023
 	Le guetteur. Roman, Paris 2018
 	Das Versteck.  München, 2017
 	Minerais de sang. Les esclaves du monde moderne, Paris, 2012
 	Chirac d’Arabie. Les Mirages d’une politique française (avec Éric Aeschimann), Paris, 2006
 	Bethléem. 2000 ans de passion. (avec Farah Mébarki u. Rémi Benali), Paris, 2000
 	Les Sept Vies de Yasser Arafat. (avec Jihan al-Tahri), Paris, 1997

&nbsp;]]></itunes:summary>
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Beide Romane sind erkennbar vom Wunsch getragen, das Wahre vom Falschen zu trennen. Christoph Boltanski schreibt mit großer Ernsthaftigkeit und feiner Ironie. Sein Blick auf das Entstehen von Familienlegenden und kollektiven Erzählungen zeugt von Nähe und Freiheit zugleich. Das Versteck und Le Guetteur sind weit mehr als die Memoiren eines Schriftstellers, der den Schein hinterfragt und verborgene, vergessene und manchmal widersprüchliche Details erforscht. Die Zeitgeschichte,]]></googleplay:description>
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<item>
	<title>Folge 33: „Nachtzugtage&#8220; – ein Gespräch mit Millay Hyatt</title>
	<link>https://www.xn--littramours-ebb.com/folge-33-nachtzugtage-ein-gespraech-mit-millay-hyatt/</link>
	<pubDate>Sat, 14 Sep 2024 00:00:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Sigrid Brinkmann]]></dc:creator>
	<guid isPermaLink="false">https://www.xn--littramours-ebb.com/?p=5380</guid>
	<description><![CDATA[„Tagsüber macht man Ausflüge, aber nachts reist man“, notierte die finnische Schriftstellerin und Malerin Tove Jansson, und Millay Hyatt stimmt ihr zu. Ihr im August 2024 veröffentlichter langer Reise-Essay „Nachtzugtage“ zeugt von ihrer Leidenschaft für das nächtliche Reisen im Zug und das Erkunden der Orte, an denen sie umsteigen muss, bei Tage. Jeder durch Fahrtverzögerung erzwungene, nicht geplante Umweg wird als zusätzliches Geschenk betrachtet.

Geboren wurde Millay Hyatt in Dallas/Texas. Sie wuchs in der Nähe von Freiburg auf und ist - nach Studien in Ohio, Los Angeles und Paris - seit vielen Jahren als Autorin und Übersetzerin in Berlin zuhause. In ihrem Buch „Nachtzugtage“ schildert sie, wie das Zugfahren innere Prozesse beschleunigt, wie es die „unbekannten Landschaften und fremdartigen Fabeln unserer inneren Geschichten“ entstehen lässt.

Sie erzählt von Reisen quer durch Europa. Moskau ist seit dem russischen Angriff auf die Ukraine kein Zielort mehr. Stattdessen erkundete sie Tiflis und möchte die Fahrt durch Anatolien bis an die Grenze Georgiens nicht missen. In Tunis beschloss sie, künftig „wie die Tunesierinnen, alle Kinder so zu behandeln, als wäre ich ihre Tante oder große Schwester“. In London wachte sie ganz allein im Zug auf einem Abstellgleis auf, und früher einmal – als man die Zugfenster noch aufziehen oder kippen konnte – wehte zwischen Budapest und Berlin Schnee ins Abteil und bedeckte die Füße. Melancholie schleicht sich verlässlich ein, wenn die Zeit bis zur Ankunft in der „Pflanzstätte“ Berlin sich Stunde um Stunde verringert. Das Nachhausekommen lässt sich nicht aufschieben, aber Millay Hyatt weiß, dass der „rollende Rhythmus“ noch ein paar Tage lang im Körper erhalten bleibt. Und schon kann sie von der nächsten Nachtzugreise träumen.

Bücher von Millay Hyatt:
<ul>
 	<li><a href="https://www.matthes-seitz-berlin.de/produkt/nachtzugtage.html">Nachtzugtage</a>. 240 Seiten, 24,00 Euro. Friedenauer Presse / Matthes &amp; Seitz, August 2024</li>
 	<li><a href="https://www.aufbau-verlage.de/ch-links-verlag/ungestillte-sehnsucht/978-3-86284-195-0">Ungestillte Sehnsucht. Wenn der Kinderwunsch uns umtreibt</a>. Christoph Links Verlag, Berlin 2012</li>
</ul>
Buchtipp von Gabriele von Arnim: Jon Fosse: Trilogie. Schlaflos / Olavs Träume / Abendmattigkeit. Übersetzt von Hinrich Schmid-Henkel. 208 Seiten. Rowohlt Verlag, Reinbek 2016]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[„Tagsüber macht man Ausflüge, aber nachts reist man“, notierte die finnische Schriftstellerin und Malerin Tove Jansson, und Millay Hyatt stimmt ihr zu. Ihr im August 2024 veröffentlichter langer Reise-Essay „Nachtzugtage“ zeugt von ihrer Leidenschaft f]]></itunes:subtitle>
			<itunes:keywords>Millay Hyatt,Nachtzugtage</itunes:keywords>
								<content:encoded><![CDATA[„Tagsüber macht man Ausflüge, aber nachts reist man“, notierte die finnische Schriftstellerin und Malerin Tove Jansson, und Millay Hyatt stimmt ihr zu. Ihr im August 2024 veröffentlichter langer Reise-Essay „Nachtzugtage“ zeugt von ihrer Leidenschaft für das nächtliche Reisen im Zug und das Erkunden der Orte, an denen sie umsteigen muss, bei Tage. Jeder durch Fahrtverzögerung erzwungene, nicht geplante Umweg wird als zusätzliches Geschenk betrachtet.

Geboren wurde Millay Hyatt in Dallas/Texas. Sie wuchs in der Nähe von Freiburg auf und ist - nach Studien in Ohio, Los Angeles und Paris - seit vielen Jahren als Autorin und Übersetzerin in Berlin zuhause. In ihrem Buch „Nachtzugtage“ schildert sie, wie das Zugfahren innere Prozesse beschleunigt, wie es die „unbekannten Landschaften und fremdartigen Fabeln unserer inneren Geschichten“ entstehen lässt.

Sie erzählt von Reisen quer durch Europa. Moskau ist seit dem russischen Angriff auf die Ukraine kein Zielort mehr. Stattdessen erkundete sie Tiflis und möchte die Fahrt durch Anatolien bis an die Grenze Georgiens nicht missen. In Tunis beschloss sie, künftig „wie die Tunesierinnen, alle Kinder so zu behandeln, als wäre ich ihre Tante oder große Schwester“. In London wachte sie ganz allein im Zug auf einem Abstellgleis auf, und früher einmal – als man die Zugfenster noch aufziehen oder kippen konnte – wehte zwischen Budapest und Berlin Schnee ins Abteil und bedeckte die Füße. Melancholie schleicht sich verlässlich ein, wenn die Zeit bis zur Ankunft in der „Pflanzstätte“ Berlin sich Stunde um Stunde verringert. Das Nachhausekommen lässt sich nicht aufschieben, aber Millay Hyatt weiß, dass der „rollende Rhythmus“ noch ein paar Tage lang im Körper erhalten bleibt. Und schon kann sie von der nächsten Nachtzugreise träumen.

Bücher von Millay Hyatt:
<ul>
 	<li><a href="https://www.matthes-seitz-berlin.de/produkt/nachtzugtage.html">Nachtzugtage</a>. 240 Seiten, 24,00 Euro. Friedenauer Presse / Matthes &amp; Seitz, August 2024</li>
 	<li><a href="https://www.aufbau-verlage.de/ch-links-verlag/ungestillte-sehnsucht/978-3-86284-195-0">Ungestillte Sehnsucht. Wenn der Kinderwunsch uns umtreibt</a>. Christoph Links Verlag, Berlin 2012</li>
</ul>
Buchtipp von Gabriele von Arnim: Jon Fosse: Trilogie. Schlaflos / Olavs Träume / Abendmattigkeit. Übersetzt von Hinrich Schmid-Henkel. 208 Seiten. Rowohlt Verlag, Reinbek 2016]]></content:encoded>
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Geboren wurde Millay Hyatt in Dallas/Texas. Sie wuchs in der Nähe von Freiburg auf und ist - nach Studien in Ohio, Los Angeles und Paris - seit vielen Jahren als Autorin und Übersetzerin in Berlin zuhause. In ihrem Buch „Nachtzugtage“ schildert sie, wie das Zugfahren innere Prozesse beschleunigt, wie es die „unbekannten Landschaften und fremdartigen Fabeln unserer inneren Geschichten“ entstehen lässt.

Sie erzählt von Reisen quer durch Europa. Moskau ist seit dem russischen Angriff auf die Ukraine kein Zielort mehr. Stattdessen erkundete sie Tiflis und möchte die Fahrt durch Anatolien bis an die Grenze Georgiens nicht missen. In Tunis beschloss sie, künftig „wie die Tunesierinnen, alle Kinder so zu behandeln, als wäre ich ihre Tante oder große Schwester“. In London wachte sie ganz allein im Zug auf einem Abstellgleis auf, und früher einmal – als man die Zugfenster noch aufziehen oder kippen konnte – wehte zwischen Budapest und Berlin Schnee ins Abteil und bedeckte die Füße. Melancholie schleicht sich verlässlich ein, wenn die Zeit bis zur Ankunft in der „Pflanzstätte“ Berlin sich Stunde um Stunde verringert. Das Nachhausekommen lässt sich nicht aufschieben, aber Millay Hyatt weiß, dass der „rollende Rhythmus“ noch ein paar Tage lang im Körper erhalten bleibt. Und schon kann sie von der nächsten Nachtzugreise träumen.

Bücher von Millay Hyatt:

 	Nachtzugtage. 240 Seiten, 24,00 Euro. Friedenauer Presse / Matthes &amp; Seitz, August 2024
 	Ungestillte Sehnsucht. Wenn der Kinderwunsch uns umtreibt. Christoph Links Verlag, Berlin 2012

Buchtipp von Gabriele von Arnim: Jon Fosse: Trilogie. Schlaflos / Olavs Träume / Abendmattigkeit. Übersetzt von Hinrich Schmid-Henkel. 208 Seiten. Rowohlt Verlag, Reinbek 2016]]></itunes:summary>
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			<title>Folge 33: „Nachtzugtage&#8220; – ein Gespräch mit Millay Hyatt</title>
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	<itunes:author><![CDATA[Sigrid Brinkmann]]></itunes:author>		<googleplay:description><![CDATA[„Tagsüber macht man Ausflüge, aber nachts reist man“, notierte die finnische Schriftstellerin und Malerin Tove Jansson, und Millay Hyatt stimmt ihr zu. Ihr im August 2024 veröffentlichter langer Reise-Essay „Nachtzugtage“ zeugt von ihrer Leidenschaft für das nächtliche Reisen im Zug und das Erkunden der Orte, an denen sie umsteigen muss, bei Tage. Jeder durch Fahrtverzögerung erzwungene, nicht geplante Umweg wird als zusätzliches Geschenk betrachtet.

Geboren wurde Millay Hyatt in Dallas/Texas. Sie wuchs in der Nähe von Freiburg auf und ist - nach Studien in Ohio, Los Angeles und Paris - seit vielen Jahren als Autorin und Übersetzerin in Berlin zuhause. In ihrem Buch „Nachtzugtage“ schildert sie, wie das Zugfahren innere Prozesse beschleunigt, wie es die „unbekannten Landschaften und fremdartigen Fabeln unserer inneren Geschichten“ entstehen lässt.

Sie erzählt von Reisen quer durch Europa. Moskau ist seit dem russischen Angriff auf die Ukraine kein Zielort mehr. Stattdessen erkunde]]></googleplay:description>
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